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Eine Zuckerberg – Erfolgsformel für KMU?

Anlässlich der Verleihung des Axel Springer Awards im Februar an Mark Zuckerberg werfen wir einen Blick auf die Erfolgsregeln des Facebook-Gründers. Inwieweit sind darin Ansätze für KMU zu finden?

Mike Deerkoski from San Francisco, U.S.A. - Move Fast and Break Things

Mike Deerkoski from San Francisco, U.S.A. – Move Fast and Break Things

Mit dem kometenhaften Aufstieg von Facebook und seinem Gründer von einem studentischen Start-Up zu einem der einflussreichsten Unternehmen der digitalen Wirtschaft unserer Zeit sind – laut eigener Aussage – zentrale, aber einfache Regeln zur Unternehmensführung verbunden.
Hier finden Sie einen Überblick:

1. ‚Hole nur die Besten’

Stellen Sie nur Menschen ein, für die Sie selbst arbeiten würden.

2. ‚Lass’ Dich nicht kaufen’

Sollten die Angebote noch so verlockend sein, Eigenständigkeit zahlt sich in der Zukunft aus. Heute kann man das Internetgeschäft von Yahoo kaufen, die noch vor 10 Jahren ein Kaufangebot für Facebook machten.

3. ‚Gib’ nie auf’

Hartnäckigkeit lohnt sich trotz schwerer Entscheidungen auf dem Weg der Unternehmensentwicklung. Für den noch nicht geglückten Markteintritt in China lernt Zuckerberg sogar Mandarin.

4. ‚Erst Handeln, dann Denken’

So werden neue Geschäftsmodelle von Facebook kreiert: „Move fast and break things.“ Die Generierung von Wachstum in einem hohen Tempo steht im Vordergrund, auch wenn Regeln dabei manchmal auf der Strecke bleiben.

5. ‚Akzeptiere keine Konkurrenz’

Bedrohungen durch andere Geschäftsmodelle werden aufgekauft. Mit zwei Effekten: Kontrolle und Einbindung in die eigene Strategie sowie Verhinderung des Kaufes durch Wettbewerber a lá Google.

6. ‚Folge Deinen Visionen’

Trotz erheblicher finanzieller Akquisitionsrisiken (Instagram, Whatsapp, Oculus verdienen kein Geld und haben erhebliche Mittel gebunden) verfolgt Facebook die Vision der Verbindung aller Menschen auf der Welt. Und sieht dabei den wirtschaftlichen Erfolg als gewünschten Nebeneffekt, um dieses Ziel zu erreichen.

7. ‚Höre auf die Nutzer’

Geht es um die Wünsche der Facebook-Nutzer ist Zuckerberg immer auf dem neuesten Stand. Frage- und Diskussionsrunden, Aufgabenlisten der Nutzer für ihn – kurz direkte Kommunikation mit den Kunden steht an höchster Stelle.

8. ‚Vertraue Deinen Leute’

Anstatt Mitarbeiter in bestimmte Rollen zu drängen, die auf Alter und Erfahrung basieren, werden alle Ideen, egal vom wem sie kommen, neutral evaluiert. Und zusätzlich folgt man bei Facebook dem Grundsatz: ‚Kein Problem ist das Problem von jemanden anderem.’ Das gilt auch für Akquisitionen wie Whatsapp und Instagram, die unabhängig agieren.

9. ‚Du bist nie fertig’

Die ständige Veränderung ist das Kontinuum bei Facebook. Das zeigt sich z.B. in der ‚unfertigen’ Gestaltung der Büros und soll die ständige Hinterfragung und Erneuerung beleben. Ein Schicksal wie Nokia soll damit verhindert werden.

Fazit:

Einfache Prinzipien sind immer ein probates Mittel in der internen Kommunikation und Unternehmensführung, gerade für den Einsatz in KMU. Insbesondere bei der Frage der Entwicklung und Einführung in Unternehmen haben sie viele Vorteile, die sich aus ihrer Klarheit, Einfachheit und Kommunikationsfähigkeit ergeben. Viele Teile der ‚Zuckerberg-Formel’ sind übliche Unternehmerpraxis.

Allerdings steht die Frage der durchgängigen konsequenten Umsetzung eher im Vordergrund und stellt eine nicht immer einfach zu handhabende Herausforderung dar. Darüberhinaus sind natürlich einige Prinzipien für KMU nicht eins-zu-eins einsetzbar, wie z.B. ‘Lass Dich nicht kaufen’, ‘Erst handeln, dann denken’ oder ‘Akzeptiere keine Konkurrenz’. Schon allein, weil sie auch an die Grenzen des Ordnungsrahmens stoßen.

Was halten Sie von den Regeln des Mark Zuckerberg? Wie stehen Sie zu den aufgeworfenen Fragen und Ansätzen? Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldungen!

Autor: Jochim Ripke

Immer wieder sind Fragen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie Gegenstand in den TAB-Unternehmerboards in Hannover, die von Joachim Ripke geleitet werden. Hier treffen sich einmal im Monat sechs bis acht Inhaber kleiner oder mittelständischer Unternehmen, um in einer Art “Think Tank” Atmosphäre an den konkreten Themen ihres unternehmerischen Alltags zu arbeiten. 

1 Kommentar

  1. Thomas Grutzeck

    15/04/2016 @ 22:01

    Der Unternehmer, der es schafft, tatsächlich Regeln aufstellen, die seiner Vision und seinem Naturell entsprechen und diese dann auch konsequent einzuhalten, ja vorzuleben, hat mit Sicherheit die Nase vorn! Ich denke da u.a. an Alignment, Motivation, Vertrieb und Image. Ich frage mich nur: warum trifft man das so selten an im KMU-Bereich?

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