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“Ich brauche keine Weiterbildung“ – wirklich nicht?

Warum es für mein Unternehmen so wichtig ist, dass ich mich als Unternehmer weiterentwickele.

2018_03_15 Schotters_TAB DresdenWann haben wir als Unternehmer das letzte Mal unsere Einstellungen und Glaubenssätze überprüft, unsere Fähigkeiten trainiert und unser Wissen in einem Seminar oder mittels der Lektüre eines Fachbuchs auf den aktuellen Stand gebracht?

Die Weiterbildungslüge

Es gibt viele Gründe es nicht zu tun: Der harmloseste ist sicherlich der, daran einfach nicht gedacht zu haben. Kritischer wird es, wenn uns bestimmte Überzeugungen daran hindern wie zum Beispiel: „Ich als Chef brauche das nicht.“ Oder wir haben das Buch „Die Weiterbildungslüge“ gelesen, um uns zu bestätigen, dass wir nichts tun sollten (Die Weiterbildungslüge: Warum Seminare und Trainings Kapital vernichten und Karrieren knicken“, Gris, Richard, Campus Verlag). Auf der Karriereleiter sind wir oben angekommen – weiter geht es nicht. Bedeutet das auch, dass wir uns als Unternehmer nicht mehr weiterzuentwickeln brauchen?

Der Baum braucht Wasser

Warum ist es so wichtig, dass auch wir Unternehmer an uns arbeiten? Dazu ein Beispiel: Nach Wolfgang Mewes‘ Beobachtung schränkt derjenige Faktor das Wachstum von Pflanzen ein, der unzureichend vorhanden ist, der also einen Engpass bildet. Hat der Baum kein Wasser, wächst er nicht mehr. Wenn die Wasserknappheit beseitigt wird und alle anderen Faktoren wie Luft, Licht, Nährstoffe vorhanden sind, dann wächst er wieder. (Kybernetische Managementlehre (EKS). Mewes Verlag, Frankfurt am Main). Diese Betrachtungsweise hat er auf Unternehmen als vernetzte Systeme übertragen. Verkürzt gesagt: Finde die wesentlichen Engpassfaktoren und löse diese, dann wächst das Unternehmen erfolgreich.

Engpassfaktor Unternehmer

Können wir Unternehmer selber der – vielleicht sogar kritischste – Engpass sein? Bei der Frage denkt sicherlich jeder zuerst daran: „Ja- wenn ich mal länger ausfalle, dann wird es kritisch.“

Stellen wir uns auch die Frage, wie wichtig es für den Erfolg unseres Unternehmens ist, dass wir als Unternehmer nicht nur gut sind sondern auch stets besser werden? Für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter fordern wir das – für uns selbst auch? Fragen wir uns regelmäßig immer wieder einmal, ob wir den Anforderungen, die die Führung unserer wachsenden Unternehmen an uns stellt, auch noch gerecht werden? Fragen wir uns, ob unsere Einstellungen, die zu unserem bisherigen Erfolg beigetragen haben, für die nächsten Phasen eine Barriere sein könnten?

Schleichend wachsende Anforderungen

Was passiert, wenn mein Unternehmen wächst und ich nicht mitwachse? Und: merke ich das überhaupt? Es gibt ja keinen Vorgesetzten, mit dem ich über meine Karriereziele und den dazu notwendigen Weiterbildungsbedarf reden kann. Meine „Vorgesetzten“ sind allenfalls meine Mitarbeiter, die sich von mir abwenden, wenn ich den Anforderungen nicht mehr genüge. Oder meine Kunden, die ich verliere bzw. nicht gewinnen kann, weil mein Unternehmen nicht wächst. Nur: die sagen mir nicht, dass mein Stillstand der Grund ist.

Wenn das Unternehmen über den Kopf wächst

Stefan Merath hat es drastisch auf den Punkt gebracht: „Wenn Ihr Unternehmen wächst, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie wachsen mit und Sie haben Erfolg. Oder Ihr Unternehmen wächst Ihnen über den Kopf und Sie gehen unter.“ (Stefan Merath: Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer, Gabal Verlag, 2013, S 41)

Das „über den Kopf wachsen“ zeigt sich in meinem Alltag als TAB-Moderator häufig in sehr hoher Arbeitsbelastung von Unternehmern. Diese Unternehmer haben sich gegen Wachstum zumindest nicht gewehrt. Andere Unternehmer wehren sich jedoch dagegen und deren Unternehmen stagnieren. Gleichzeitig bestehen Zielkonflikte: attraktiv für Kunden und Mitarbeiter sein, mehr Geld verdienen, einen guten Preis für das Unternehmen erzielen.

Ich bin es mir wert

Was können wir also tun? Auch, wenn ich schon im fortgeschrittenen Alter bin: meine Einstellung überprüfen: Ja – ich bin es mir wert, dass ich in mich selber investiere – genauer: in meinen Kopf und in meine Persönlichkeit. Wie denke ich? Wie führe ich Mitarbeiter? Welche Einstellung habe ich zu mir selbst und zum Unternehmersein? Und wenn ich zu meiner eigenen Weiterbildung bereit bin: wo sind die Lücken? Und dann die Planung: Wann will ich welche Kurse / Trainings besuchen, welches Buch lesen? „Keine Zeit“ darf keine Ausrede sein.

Fallstudien-Training

Unternehmer, die Mitglied in einem TAB-Unternehmerboard sind, investieren sehr intelligent in ihre eigene Entwicklung. In der Auseinandersetzung mit ihrem Coach und mit anderen erfahrenen Unternehmern aus anderen Branchen überprüfen sie anhand praktischer Themenstellungen ihre Glaubenssätze, lernen neue Sichtweisen kennen, werden inspiriert von anderen Herangehensweisen. Und das in ca. 70-80 Fallstudien pro Jahr, die sie in den Unternehmer-Boards miteinander diskutieren und für die sie gemeinsam Lösungen suchen. Darüber hinaus empfehlen wir uns im Board immer wieder gute Trainings, Seminare und Bücher.

Autor: Dr. Markus Schotters, TAB Dresden

 

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