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Vom Ende des Einzelschicksals Führung – Vol.2: Wer fragt, führt!

Die klassische Einheitsführung hat ausgedient, darauf bin ich im letzten Beitrag eingegangen. Aber wie sieht der Rahmen aus, in dem „fließende“ Teams zur vollen Wirkung gebracht werden können? Welche Faktoren und Bedingungen müssen KMU im Blick haben, um wirkungsvolle Entscheidungs- und Führungsstrukturen neu auszurichten?

 

KW 4-2015 Kollektive Intelligenz

Image courtesy of ddpavumba at FreeDigitalPhotos.net

Fließende Teams müssen sich entfalten können

Führung gibt fortan nicht mehr die Antworten sondern ist Fragesteller bei zentralen Leitthemen. Sie ist Anbieter von organisatorischen und technischen Voraussetzungen, damit Mitarbeiter ein Interesse haben, ihre Intelligenz und Kreativität optimal für das Unternehmen einzusetzen und ist Leitplanke im Werte- und Bezugsrahmen für das gemeinsame Tun.

Der Unternehmer schafft damit die Bedingungen, um mittel- und langfristig der rasanten Veränderungsdynamik und zunehmenden Komplexität ein entscheidungs- und anpassungsfähiges Unternehmen entgegenzusetzen. Frei nach dem Motto: Je höher die Komplexität, desto höher der Ertrag aus kollektiver Urteilskraft. Und was bedeutet diese Herausforderung für den KMU-Unternehmer selbst?

Wirkungsvolle Wege zur kollektiven Intelligenz

Lösen Sie sich aus kleinteiligen Entscheidungssituationen heraus, wagen Sie mehr Dialog! Im Klartext: Lernen Sie zuhören und gemeinsam denken – im Sinne der gemeinsamen Suche nach Einsichten und dem Zurücktreten von individuellen Urteilen. Pflegen Sie Perspektivwechsel anstatt sie nur zuzulassen! Sehen Sie Konflikte als Produktivkraft und nicht als Risiko! Stellen Sie kritisch die richtigen Fragen und fordern Sie Ihr Team darin wertschätzend heraus. Eine kollektive analytische Intelligenz kann so zur Basis für ein „gutes“ Entscheiden werden und befreit die Unternehmensführung zwecks Konzentration auf das Wesentliche.

Und wie gewinnt der Unternehmer?

Mit der Verteilung von Führungselementen gewinnt der Unternehmer an Glaubwürdigkeit. Er reduziert Distanz zu Mitarbeitern, weil mit der Konzentration auf die Fragen nach dem WARUM nachhaltig die Identität und die Identifikation mit dem inneren Kern eines Unternehmens gestärkt werden.

Compliance-Regeln, Codes of Conduct, die Nutzung digitaler Angebote und Social Media mögen hilfreich sein, doch genügen sie letztlich nicht, weil sie sich nicht auf diesen Kern beziehen. Die Unternehmensführung muss wissen, wo sie herkommt und hin will. Sie muss wissen, was sie genau nicht mitmacht, weil bestimmte Wege und Handlungen sonst die eigene Integrität verletzen würden. Das innere Selbst eines Unternehmens markiert genau eine Grenze (die oben erwähnte Leitplanke) und ist zugleich Identität wie auch Ursprung von Kompetenzentfaltung und Quelle strategischer Orientierung. Eindeutiges Bewusstsein darüber macht Führung klar und zielsicher.

Die Führung der Zukunft müssen und können Sie nicht mehr allein leisten. Und zum Glück erwarten Ihre Mitarbeiter das auch nicht von Ihnen.

Wie stehen Sie zu den aufgeworfenen Fragen und Ansätzen? Ich freue mich auf Ihre Rückmeldungen!

Autor: Joachim Ripke

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