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Unternehmenskultur – viel mehr als nur “Gedöns”

Unternehmenskultur – nur was für große Unternehmen? Nein – denn Unternehmenskultur nimmt man im Unternehmen und auch von außen wahr. Dahinter stehen viele Dimensionen, die den Unternehmenserfolg direkt beeinflussen:

>> Kann ich als Mitarbeiter spüren, dass alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten? Oder achtet jeder darauf, sich abzusichern, weil Fehler überall gesucht und als schlimm angesehen werden?

>> Werde ich als Kunde freundlich empfangen und zuvorkommend behandelt? Oder erklärt man mir bei einer Reklamation als Erstes, was ich alles falsch gemacht habe?

>> Werde ich als Lieferant als Partner auf Augenhöhe angesehen? Oder werde ich nach allen Regeln der Kunst geknebelt und geknechtet?

Gute Unternehmenskultur zahlt direkt auf den Umsatz ein

Diese Beispiele zeigen, dass es bei Unternehmenskultur nicht nur um Atmosphäre geht sondern um echte betriebswirtschaftliche Einflüsse. Eine gute Unternehmenskultur ist ein klarer Vorteil, der sich auch in den Umsatzzahlen widerspiegelt.

Drei Komponenten bestimmen die Unternehmenskultur

1. Geschichte/Erfahrung,
2. Lernen/ Entscheidungen,
3. Überzeugungen/Gewohnheiten

Faktor 1: Geschichte & Erfahrung

Jedes soziale System – sei es ein Wirtschaftsunternehmen oder eine soziale oder politische Organisation – macht Erfahrungen und lernt daraus. Auf Basis dieser Erfahrungen wird entschieden, wie in Zukunft gehandelt werden und was vermieden werden soll. Diese Entscheidungen sind teilweise bewusst und teilweise unbewusst.

Faktor 2: Lernen & Entscheiden

Eine Unternehmenskultur ist damit veränderlich. Denn ein Unternehmen macht ja immer wieder neue Erfahrungen, die Lernprozesse verursachen. Diese beeinflussen zukünftige Handlungen. Ist die aktuelle Handlungsweise erfolgreich, wird man sich weiter so verhalten. Sollte sie nicht als erfolgreich eingeschätzt werden und man kommt gemeinsam zu dem Ergebnis, dass eine andere Art zu Handeln besser wäre, verändern sich die Gewohnheiten entsprechend.
Was ist nun die richtige Unternehmenskultur? Da wir uns in einer sich ständig verändernden Welt leben, kann das, was heute richtig ist, in der Zukunft falsch sein. Auch ist es teilweise schwer zu entscheiden, welches Verhalten zum Erfolg beiträgt, welches neutral ist und welches schädlich.

Faktor 3: Überzeugungen & Gewohnheiten

Und dann gibt es noch Gewohnheiten, die sich verselbstständigt haben. Wenn vor längerer Zeit eine Entscheidung getroffen wurde, aber niemand im aktuellen Umfeld mehr weiß warum, kommt gerne die Erklärung „ Das haben wir immer schon so gemacht.“ So lebt eine Tradition teils lange weiter – und manchmal weiß man gar nicht mehr den Grund dafür.

Hier ein Beispiel aus der Welt der Tiere (G. Hamel und C.K Prahalad im Buch „Competing for the future“):

“Vier Affen wurden in einen neuen Käfig gebracht. In der Mitte des Käfigs stand ein Pfahl, an dessen Spitze Bananen waren. Sobald ein Affe hoch kletterte, und nach einer Banane griff, bekam er eine eiskalte Dusche aus einem versteckten Duschkopf ab. Nach ein paar Versuchen hatten die Affen gelernt, und versuchten nicht mehr an die Bananen zu gehen. Sie hatten sich entschieden und machten daraus eine Gewohnheit. Dann wurde ein Affe ausgetauscht, der natürlich sofort versuchte zu den Bananen zu klettern. Die anderen Affen hielten ihn davon ab. Nach und nach wurden alle Affen ausgetauscht. Da die Tradition jeweils von den alten Affen an die Neuen weitergegeben wurde, ging keiner der Affen mehr an die Bananen. Dann wurde der Duschkopf unbemerkt stillgelegt. Aber keiner der Affen versuchte an die Bananen zu kommen und lernte deshalb nicht, dass es nun keine kalte Dusche mehr dabei gab.”

Dieses Beispiel zeigt zwei Dinge: zum einen, wie Traditionen entstehen. Und zum anderen, dass selbst, nachdem niemand derer, die diese Tradition ursprünglich ins Leben gerufen haben, mehr da ist, am liebsten an Gewohnheiten festhalten wird.

Es ist nicht immer einfach, zu beurteilen, was sich wie entwickeln wird, ob der Markt sich dauerhaft verändert, oder ob es sich nur um kurzfristige Schwankungen handelt.

Gewohnheiten und Traditionen immer wieder hinterfragen

Auf jeden Fall ist es für Unternehmen wichtig bis überlebenswichtig, immer wieder Gewohnheiten und Traditionen kritisch zu betrachten und zu entscheiden, ob sie zeitgerecht und marktgerecht sind. Dabei geht es vor allem darum, wettbewerbsfähig zu sein. Und Wettbewerbsfähigkeit ist hier nicht nur in Bezug auf Kunden zu sehen. Auch am Arbeitsmarkt gibt es immer mehr Wettbewerb um die besten Mitarbeiter.
Wie Sie Ihre Unternehmenskultur analysieren können und wie Kultur verändert wird, lesen Sie in meinem nächsten Beitrag zum Thema Unternehmenskultur.

Autorin: Elke Saager, TAB Berlin-Süd und Teltow-Fläming

Elke Saager ist Expertin im Bereich Organisationsentwicklung und hat viel Erfahrung, wie sich unterschiedlichen Unternehmenskulturen in kleinen und großen Unternehmen auswirken können. Wenn sich klein- und mittelständische Unternehmer im Süden Berlins unter ihrer Leitung regelmäßig in ihren TAB Unternehmerboards miteinander austauschen, profitiert die ganze Runde von den Fragen und Ideen Einzelner.

Interessiert dabei zu sein? Dann nehmen Sie hier Kontakt auf!

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