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Was Unternehmen von der Natur lernen können

Unternehmen und Verwaltungen können einiges von der Natur lernen. Der Kybernetiker Frederic Vester hat es einmal so ausgedrückt: “Die Natur ist ein Erfolgsunternehmen, das in Millionen Jahren nicht Pleite gemacht hat.”

2017_05_24_MNehmer_Was Unternehmer von der Natur lernen könnenDas Lernen von der Natur hat eine lange Tradition. Schon Galileo Galilei (1564–1642) hat sich mit dem mechanischen Aufbau von Pflanzen im Vergleich zu technischen Konstruktionen beschäftigt. Das Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik nennt sich Bionik. Die Wirtschaftsbionik erforscht darüber hinaus die Anwendungsmöglichkeiten auf Unternehmen und orientiert sich bei Managementprozessen an der Natur.

Erkenntnisse auf Unternehmen anwenden

Diese Erkenntnisse liefern im Zeitalter von Arbeitsverdichtung, Globalisierung, Industrie 4.0, und agilem Arbeiten wertvolle Anregungen bei der Gestaltung ihrer Visionen, Ziele und Strategien. Besonders wichtig ist meines Erachtens, die Fokussierung auf die Stärken und Kompetenzen des Unternehmens. Das sollte in allen drei Lebensphasen eines Unternehmens eingesetzt werden.

1. Wachstumsphase

Im Samenkorn sind alle Informationen für das Wachstum gespeichert. Jede Pflanze entwickelt sich nach ihren Stärken, strebt nach Wachstum, wendet sich zum Licht und will sich entfalten. Ein Eichenbaum anders als ein Gänseblümchen und jede Pflanze benötigt den richtigen Standort an dem sie sich wohl fühlt.

Auf das Unternehmen übertragen heißt das:

>>> Kennen Sie Ihre Stärken und Leidenschaften.

>>> Passen Sie Ihren Wachstumsplan an die aktuellen Gegebenheiten und Veränderungen an.

>>> Bilden Sie Rücklagen für schlechte Jahre.

>>> Planen Sie mit Zeiten für Anspannung und Entspannung.

2. Reife- / Stabilisierungsphase

Hier geht die Natur sehr intelligent vor: Nicht jedes Jahr größtmöglicher Ertrag, sondern unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen, mit viel Geduld und – wie neueste Studien zeigen – sogar durch gegenseitige Unterstützung. In Jahren mit genügend Sonne und Wasser wächst alles schneller und die Pflanze bildet viele Früchte oder Blüten aus. Sie speichert auch noch Energie für schlechte Jahre, in denen es weniger Früchte gibt.

Auf das Unternehmen übertragen heißt das:

>>> Langfristigkeit contra kurzzeitiges Gewinnstreben.

>>> Zusammenarbeit erfolgt zum gegenseitigen Nutzen.

>>> Vielfalt statt Einfalt in Teamzusammensetzungen.

>>> Kultur des Mitdenkens und Platz für die Ideen der Mitarbeiter.

3. Absterben / Transformationsphase

In der Natur akzeptiert jeder, dass alles aus Werden und Vergehen besteht. Jede Pflanze produziert in Ihrer Reifephase viele Samen, aber auch noch so große und starke Bäume sterben irgendwann ab. Aber in der Natur ist auch dies nicht unnütz und das Totholz dient vielen Tieren als Lebensraum. Wenn ein Baum komplett verrottet ist, dient er dann sogar wieder als Dünger für seine Samen, die er schon frühzeitig gesät hat.

Auf das Unternehmen übertragen heißt das:

>>> Akzeptieren Sie, dass jedes Produkt oder Geschäftsidee seine Zeit hat.

>>> Planen Sie rechtzeitig neues Wachstum oder strategische Neuausrichtungen.

>>> Nutzen Sie die Erfahrungen und Ressourcen für eine neue Produktidee oder einen Neuanfang.

>>> Erkennen Sie die Leistung aller Beteiligten an.

Ich bin überzeugt, es kann vielen Firmen helfen sich näher mit den Erkenntnissen der Wirtschaftsbionik zu beschäftigen, vor allem wenn man langfristig Erfolg haben will.

Autor: Martin Nehmer, TAB Landshut & Freising

Wie Unternehmer sich gegenseitig  beraten und voneinander lernen können, darum geht es in den TAB Unternehmerboards der Region Landshut-Freising, die von Martin Nehmer geleitet und moderiert werden.

Interessiert dabei zu sein? Gleich Kontakt aufnehmen!

 

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