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Mitarbeiter mit Behinderungen einstellen

Sie haben, wie so viele Arbeitgeber, Schwierigkeiten passende Mitarbeiter* zu finden? Erweitern Sie einmal Ihren Fokus und gehen Sie neue Wege: Einer der erfolgversprechendsten und lohnendsten ist unnötigerweise mit vielen Vorurteilen belastet, die ich nachfolgend für Sie einordnen möchte: die Beschäftigung von Behinderten.

_2017_11_22_ RMathiesen_Mitarbeiter mit Behinderungen einstellenWas spricht für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen?

Da sehr viele Arbeitgeber zurückhaltend bei der Einstellung von Behinderten sind, gibt es hier viel Potential: Hochqualifizierte Bewerber haben es oft schwer, eine Stelle zu finden. Gelingt dies, sind sie in der Regel sehr dankbare, loyale und engagierte Mitarbeiter. Auch erweitern diese Ihr Unternehmen um andere Blickwinkel: da sie im Alltag mit einer Behinderung umgehen müssen, sind sie es gewohnt, auch unkonventionelle Lösungen zu finden.

Staatliche Förderungen nutzen:

Attraktiv sind die vielfältigen Förderungen, mit denen der Staat die Einstellung von Behinderten unterstützt. Nur ein Beispiel: Sie können eine Probebeschäftigung mit dem Integrationsamt vereinbaren, die bis zu drei Monate dauern kann und bei der die Personalkosten mit bis zu 70 Prozent übernommen werden. Das ist ein fairer Weg, um festzustellen, ob der Mitarbeiter der Aufgabe gewachsen ist. Auch sparen Sie die Zahlung der Ausgleichsabgabe, die anfällt, wenn sie über 20 Mitarbeiter, aber keine Schwerbehinderten beschäftigen.

Und was spricht betriebswirtschaftlich dagegen?

Schwerbehinderte haben Anspruch auf fünf zusätzliche Tage Urlaub im Jahr, dürfen Überstunden ablehnen und im Falle einer drohenden Kündigung muss das Integrationsamt der Kündigung zustimmen – allerdings erst nach den ersten sechs Monaten. Das ist theoretisch eine Hürde, aber in der Praxis stellen sich die Ämter bei einer berechtigten Kündigung selten quer.

Wie gehen Sie es am besten an?

Prüfen Sie vorurteilsfrei, welche Behinderungen überhaupt Auswirkungen auf das Erfüllen des Stellenprofils haben und welche nicht. Erörtern Sie dann dieses Profil und die Möglichkeiten mit Ihrem zuständigen Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit.

Glauben Sie mir: es ist einen Versuch wert! Und wenn es klappt, haben Sie eine gute Entscheidung für Ihr Unternehmen getroffen und zusätzlich wertvolle soziale Verantwortung gezeigt.

*Es ist immer sowohl die männliche und weibliche Form gemeint.

Autor: Ralf Mathiesen / TAB Berlin-City

 

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