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Mit weniger Denkfehlern ans Ziel

Buchvorstellung: “Die Kunst des klaren Denkens – 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen” von Rolf Dobelli

Das Buch von Rolf Dobelli steht auf mancher Bestsellerliste und hat mit „Die Kunst des klugen Handelns“ bereits einen zweiten Band.  Da im Idealfall dem Handeln das Denken vorausgeht, stellen wir heute „Die Kunst des klaren Denkens – 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“ vor. Wir finden, es lohnt sich – hier erfahren Sie, warum!

Dobelli-DenkfehlerFür wen geschrieben?

Wenn man auf den letzten Seiten die „Stimmen zum Buch“ überfliegt, bekommt man den Eindruck, dieses Buch sei hauptsächlich für CEOs, Unternehmer, Businessmenschen geschrieben. Aus meiner Sicht lohnt sich die Lektüre für alle, die Lust an der Selbstreflektion haben, um ihre Argumentationen und die dahinter liegenden Denkmuster aufzuspüren.

Für Unternehmer ist das Buch besonders geeignet, da diverse Beispiele unternehmerisches Denken unter die Lupe nehmen, in dem es immer auch um den Wettbewerb zu anderen geht – den man natürlich gewinnen will (oder muss).

Und warum Denkfehler?

Illusionen, Effekte, Bias, Fallen, Tendenzen, Paradoxien, Irrtümer, Fehlschlüsse, Versionen, Pfade, Kausalitäten….All das sind Begriffe, die Rolf Dobelli als Anknüpfungspunkte für seine Beispielhaften Situationen nutzt, die er vorstellt.

Und was ist ein Bias? Laut Wikipedia ist das eine „einseitige, aus der Perspektive z.B. des eigenen Geschlechts oder der eigenen Kultur heraus verzerrte und befangene Sichtweise oder Grundhaltung“. Es geht also viel um die Ungereimtheiten unserer Logik, unserer Argumentationen und Denkmuster. Spannend! Dobelli definiert Denkfehler als „systematische Abweichungen zur Rationalität“. Es geht ihm darum, warum „wir oft in dieselbe Richtung irren“.

Die Themen?

Die Anlässe werden häppchenweise präsentiert: so geht es beispielsweise in der Sunk Cost Fallacy darum, warum das Muster „jetzt habe ich schon so viel in diese Projekt investiert, jetzt kann ich es nicht abbrechen“ immer wieder greift und warum es in den meisten Fällen erfolglos ist. Und der Aha-Effekt setzt am Ende des Kapitels ein, denn dann ist es einleuchtend, „warum man die Vergangenheit ignorieren sollte“.  Dobelli beschreibt die Erkenntnisse aus seinen Thesen humorvoll, durchaus philosophisch und sehr nachvollziehbar.

Für mich persönlich ist das Kapitel “Die Outcome-Bias – Beurteilen Sie nie eine Entscheidung aufgrund ihres Ergebnisses” ein besonders erhellender Einblick in vertraute Argumentationsmuster!

Der Nutzen?

Wenn wir versuchen, uns genauer unter die Lupe zu nehmen, dann erkennen wir schnell, dass wir nicht nur eine Systematik auf unserem Schreibtisch oder im Unternehmensablauf haben. Sämtliche dieser Aspekte liegen bestimmte Denkmuster zugrunde. Aber sind diese immer richtig?

Die 52 Denkfehler, die häppchenweise über jeweils zwei bis vier Seiten aufgefächert und analysiert werden,  beinhalten alle klitzekleine Perspektivwechsel, die die jeweilige Falle benennen. Und oft geht es ja um gar nicht mehr, als ein Detail, damit vertraute Abläufe neue Wege nehmen.

Die Lesbarkeit?

Die gute Nachricht vorab: das Buch lässt sich sowohl in größeren Abständen, in kleinen Abschnitten oder auch mal mit müden Augen lesen. Man muss also nicht auf aufs Hörbuch umsteigen oder auf die nächsten großen Ferien warten, um sich den 52 Denkfehlern zu widmen. Die Texte sind ursprünglich als Kolumnen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen und erzeugen beim Lesen eine entspannt-humorvolle Grundhaltung. Die Beispiele hat wohl jeder  – ob Unternehmer oder Angestellter – so schon einmal erlebt oder kann sich schnell in sie hinein versetzen.

Die praktische Umsetzung?

Es hilft immer einmal, den Blick in den Spiegel auf sich selbst zu wagen und wie sich die identifizierten Denkmuster im eigenen Unternehmeralltag auswirken. Dabei ist das Buch auf charmante Art nützlich. Erklärtes Ziel des Autors ist es, Denkfehler zu vermeiden, um bessere Entscheidungen zu fällen und Geld zu sparen. Nach der Lektüre des Buches ist es mir schon manches Mal passiert, dass ich in bestimmten Situationen ganz bewusst meine Denkrichtung ändern konnte, da ich das Denkmuster der Beteiligten – einschließlich mein eigenes- wieder erkannt habe. Es macht Spaß, dies auszuprobieren. Man ist dann oft einfach gewappneter und letztlich gelassener.

Dobelli, Rolf: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie lieber anderen überlassen. München, 2011.  Gebunden 14,90 € (TB  8,90 €)

Um den Blick in den Spiegel und die Muster im eigenen Unternehmensablauf geht es auch in den regionalen TAB-Unternehmerboards. Wenn Sie neugierig geworden sind, welche Effekte ein TAB-Unternehmerboard für Ihre Lebens- und Arbeitsqualität als Unternehmer haben kann, dann erfahren Sie mehr über uns!

Autorin: Ariane Bödecker

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