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China: eine realistische Chance für KMU?

China ist schon jetzt die treibende Kraft der Weltwirtschaft. Nach wie vor scheuen viele deutsche Unternehmen den Schritt, in China aktiv zu werden. Doch Gründe für die Skepsis sind überschaubar. Dieser Blogeintrag zeigt die Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) in China auf.

Image courtesy of sheelamohan at FreeDigitalPhotos.net

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Unternehmensstandort Nr. 1: Chinas Ostküste

Spricht man von China als Investitionsstandort, muss man das Land differenziert betrachten. China ist ein sehr großes Land und es ist hauptsächlich die Ostküste mit seinen großen Städten wie Beijing, Tianjin, Tsingtao, Shanghai, Nanjing, Hangzhou, Wenzhou, Hong Kong, Shenzhen, Guangzhou, die für deutsche Unternehmen als Standort in Frage kommt. Die Kosten wie Arbeitskraft, Miete und Grundstücke variieren an der Ostküste stark. Man findet in den großen Metropolen kaum mehr Bauland zu einem vernünftigen Preis. Jedoch sind viele Regionen der Ostküste mittlerweile gut ausgebaut, und es lohnt außerhalb der großen Metropolen nach Standorten zu suchen. Die gesamte Ostküste bietet eine gute Infrastruktur mit vielen Zulieferern, Transportwegen und schnellen Anbindungen und der Ausbau schreitet, wie für China üblich, mit schnellen Schritten voran.

Jede Region hat ihre Branche

So wie man es aus Deutschland kennt, gibt es auch in China Regionen wo sich bestimmte Industrien angesiedelt haben. Jeder Industriezweig hat sich in verschiedenen Regionen entwickelt, so ist z.B. die Automobilbranche rund um Schanghai anzutreffen, Halbleiter in Suzhou, IT in Hangzhou, Textilien in Guangzhou etc. Deutsche Unternehmen, die in China etwas aufbauen möchten, können sich entsprechend nach ihren Bedürfnissen orientieren. Ist man auf Zulieferer angewiesen, ist es vorteilhaft wenn diese in unmittelbarer Nähe liegen und schnell erreichbar sind.

Geistiges Eigentum genau regeln

Geistiges Eigentum wird von chinesischen Firmen anders behandelt als im Westen. Eine chinesische Fabrik wird immer einen Anspruch auf das geistige Eigentum des Auftraggebers beanspruchen, sofern sie  am Entwicklungsprozess des Produktes teilnimmt. Je mehr der chinesische Partner an dem Projekt arbeitet desto höher wird deren Anspruch an der Teilhabe des Produktes sein . Entscheidend sind natürlich in diesem Zusammenhang die Verträge, die man mit den chinesischen Partner eingeht. Dennoch sollte man wissen, dass ein Joint Venture mit einem chinesischen Unternehmen wie eine Eheschließung anzusehen ist.

Tai Chi im Geschäftsleben

Die Pflege der persönlichen Beziehung zu den Geschäftspartnern ist ein nicht zu unterschätzender Punkt. Die chinesische Seite ist bestens geschult darauf ihre eigenen Vorteile auszuspielen. Sie nutzt dabei Techniken, die an den chinesischen Kampfsport Tai Chi erinnern. Die Energie des Gegners wird zur Erlangung der eigenen Überlegenheit umgeleitet. Einen Kampf auf fremden Territorium zu führen wird einem, selbst bei kleinen Erfolgen, letztendlich die Kräfte aufzehren. Die Grundhaltung gegenüber seinem Vorhaben oder seiner Strategie sollte man deshalb genau analysieren und seine westliche Brille ablegen bevor man den Schritt nach Asien macht.

Nachhaltigkeit auf Basis von Vertrauen

Ein Grundsatz der vielleicht auf Geschäfte in China mehr zutrifft als überall sonst auf der Welt ist: Nachhaltigkeit auf Basis von Vertrauen. Die Chinesen sind, genau wie deutsche Geschäftsleute, interessiert an nachhaltigem Wirtschaften. Sie werden eine langjährige vertrauensvolle Geschäftsbeziehung gleich bedeutend schätzen, wie wir es im Westen tun. Letztlich bringt ein auf Vertrauen basierendes Wirtschaften eine höhere Rentabilität mit sich, und das wissen gute chinesische Geschäftsleute genau wie wir.

Gastautor: Yannick Dannigo, German Trading & Service Agency Ltd.,  Hong Kong & Jintan, Jiangsu, P.R. China

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