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Industrie 4.0: Drei wichtige Hausaufgaben für Unternehmer

Worauf muss beim Thema Industrie 4.0 geachtet werden? Unter diesem Begriff wird die Vernetzung von Produktionsanlagen mit Informations- und Kommunikationstechnik, wie dem Internet, entlang gesamter Prozessketten – also vom Lieferanten über die Produktion bis zum Absatz -zusammengefasst.

Image courtesy of mapichai at FreeDigitalPhotos.net

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Der Nutzen von Industrie 4.0

Produktionsprozesse können flexibler und maßgeschneidert nach Kundenwünschen gestaltet werden. Im Idealfall „fließen“ Informationen dann verzögerungsfrei und unternehmensübergreifend über alle Stationen eines Prozesses.

Dabei verlangen drei Themen die besondere Aufmerksamkeit des Unternehmers:

1. Technische Infrastrukturen anpassen

Unternehmer müssen entscheiden, welche unterschiedlichen Infrastrukturen, Hardware und Software für welche Tätigkeiten überhaupt in Frage kommen und welche Vorteile sie Kunden und Unternehmen bieten. Außerdem ist zu klären, wie sich Unternehmen in die verschiedenen Prozesse zwischen Lieferanten und Abnehmern „einklinken“ können, denn auch diese Systeme müssen miteinander kommunizieren können. Diese Standards zeichnen sich gegenwärtig noch nicht klar ab. Bei den Investitionen in Informationstechnologie und -systeme werden Messgrößen wie Bandbreiten, Übertragungsraten und Hochverfügbarkeit sowie zuverlässige Datennetze wettbewerbsentscheidend werden.

2. Arbeitsorganisation überprüfen

Noch ist nicht klar erkennbar, welche Auswirkungen die Substitution menschlicher Arbeitskraft durch intelligent vernetzte Rechner und Roboter auf Beschäftigung haben wird. Die Relevanz von Lohnstückkosten, insbesondere im produzierenden Gewerbe, wird höchstwahrscheinlich abnehmen, denn niedrig qualifizierte Arbeit wird weiter durch Technologie ersetzt werden. Arbeit wird dennoch nicht überflüssig, sie wird nur anders organisiert werden und andere Inhalte erhalten. Drahtlose Kommunikation innerhalb einer Produktionskette erfordert nicht zwangsläufig die Anwesenheit von Spezialisten zu festen Zeiten. Im Gegenteil, zeitlich flexible Spezialisten reagieren auf Kundenanforderungen und rüsten Prozessketten kurzfristig um. Das bedeutet, dass Arbeitszeitmodelle und -regelungen verändert werden können. Zusätzlich zu einem Stamm festangestellter Mitarbeiter wird zeitlich befristete Projektarbeit durch Externe zunehmen. Mitarbeiter mit Wissen in Mathematik, Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Technikkenntnissen werden weiter verstärkt gesucht werden.

Überlegen Sie als Unternehmer rechtzeitig,
– welche Arten von Arbeit zukünftig gebraucht werden,
– welche Arbeitsorganisation notwendig ist und
– welche neue Fähigkeiten – auch des Unternehmers – beschafft oder erlernt werden müssen.

3. IT-Sicherheit an Priorität 1 stellen

Deutsche Unternehmen sind mit dem Kampf gegen Plagiate und Marken- sowie Produktpiraterie vertraut. In der Industrie 4.0 kommt eine neue Dimension hinzu: Cyber-Angreifer haben es nicht nur auf den Diebstahl von Daten und Informationen abgesehen, sie wollen vielfach auch Prozesse stören oder Unternehmen lahmlegen. Unternehmer müssen daher  zukünftig verstärkt ihr Augenmerk auf IT- und Datensicherheit richten, um Überraschungen in vernetzten Systemen vorzubeugen. Der damit verbundene Aufwand wird oft als lästig empfunden. Clevere Unternehmer sind sich der Risiken bewusst und suchen das Gespräch mit dem BSI, Hochschulen oder Computer Clubs, die über hinreichende Kenntnisse verfügen, um ihre Prozesse nachhaltig abzusichern.

Viele Vorteile für Unternehmer durch Industrie 4.0

Für Unternehmer steht jedenfalls fest, dass Industrie 4.0 viele Vorteile bietet, die jedoch vertiefte IT- und Prozesskenntnisse erfordern. Diese Kenntnisse lassen sich nur zum Teil delegieren oder fremdvergeben. Hier ist der Unternehmer gefordert, sich auf Industrie 4.0 gezielt vorzubereiten, um insbesondere auf die drei aufgeworfenen Problemstellungen adäquat antworten zu können. Allzu langes Zögern jedoch hilft nicht, gehandelt werden muss jetzt!

Gastautor: Michael Beckmann
Michael Beckmann ist selbständiger Consultant und Coach in Frankfurt/Main.

Viele dieser Knackpunkte, die das Thema Industrie 4.0 beinhalten, sind regelmäßig Thema, wenn sich Inhaber und Geschäftsführer kleinerer und mittelständischer Unternehmen einmal im Monat in einem TAB-Unternehmerboard intensiv über ihre aktuellen strategischen Fragen austauschen.

Interessiert, dabei zu sein? Hier erfahren Sie mehr

 

 

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