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7 clevere Arten der Gehaltserhöhung, die Ihre Mitarbeiter UND das Finanzamt gut finden

Wenn Sie einem Mitarbeiter das Gehalt erhöhen, ist Ihnen beiden doch wichtig, dass der Mitarbeiter wirklich etwas davon spürt. Grob gerechnet kosten Sie 100 € Gehaltserhöhung als Arbeitgeber 120 €. Beim Mitarbeiter kommen netto meistens nur 50 € an. Wäre es nicht sinnvoll, wenn die Gehaltserhöhung 1:1 ankommt? Hier einige Tipps auf Basis der aktuellen Möglichkeiten (Stand: 12/2016), mit denen Sie Mitarbeiter sinnvoll unterstützen und sich selbst zum attraktiveren Arbeitgeber machen:

Image courtesy of everydayplus at FreeDigitalPhotos.net

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1. Fahrtkosten

Sie können Ihrem Mitarbeiter einen Zuschuss für Fahrkarten für Bus- und Bahn mit bis zu 44 € pro Monat steuerfrei geben. Der Mitarbeiter braucht keine Fahrkarte? Dann können Sie auch Gutscheine für das Tanken, das Fitnessstudio oder sogar für Kino oder Theater spendieren, nur die 44  pro Monat dürfen nicht überschritten werden.

Anmerkung: die Anwendung der 44 €-Grenze ist nur bei Sachbezügen (z.B. Job-Ticket, Rabatt beim Fahrkartenkauf oder Gutscheinen) möglich. Im Falle eines Barzuschuss zu den Fahrtkosten, zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn, findet die 44 €-Grenze keine Anwendung und für den Zuschuss wäre 15% pauschale Lohnsteuer zu zahlen.

2. Persönliche Ereignisse

Neben der 44 €-Freigrenze können dem Arbeitnehmer Sachzuwendungen aufgrund von besonderen persönlichen Ereignissen (z.B. Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes) zugewendet werden, wenn der Wert der Sachzuwendung 60 € inklusive Umsatzsteuer nicht übersteigt.

3. Kinderbetreuung

Dieser Zuschuss ist unbegrenzt steuerfrei (natürlich nur bis zur Höhe der tatsächlichen Aufwendungen), egal ob für Kindergarten, Kindertagesstätte oder Tagesmutter, nur nicht für Kindermädchen, die beim Mitarbeiter zu Hause arbeiten.

4. Technische Geräte

Bei Mitarbeitern besonders beliebt: technische Geräte wie Handy, Laptop, Tablet-PC, Drucker etc. sind steuerfrei, wenn das Gerät dem Arbeitgeber gehört und die Privatnutzung erlaubt ist – wie lange und wie oft, ist dabei unerheblich. Sie müssen dem Finanzamt nur einen Grund nennen können, z.B. weil der Mitarbeiter auch mal außerhalb der Firma erreichbar sein muss oder gelegentlich von zu Hause aus arbeitet.

5. Betriebliche Gesundheitsförderung

Ihre Mitarbeiter haben Interesse an Massagen, Sport-, Yoga-, Rückengesundheit-, Raucherentwöhnungs- oder sonstige gesundheitsfördernden Kursen? Das können Sie bis zu 500 €/Jahr dem Mitarbeiter steuerfrei finanzieren und leisten noch dazu einen guten Beitrag zur Gesundheit Ihrer Mitarbeiter.

Anmerkung: zur Abgrenzung der begünstigten Maßnahmen knüpft der Gesetzgeber die Steuerfreiheit an die von den Krankenkassen zu erbringenden Leistungen i. S. d. §§ 20, 20 a, 20b SGB V an. Steuerfrei bleiben danach

 – Therapeutische Maßnahmen zur Vorbeugung körperlicher Gebrechen durch die arbeitsbedingte Belastung des Bewegungsapparats, also insbesondere die Kostenübernahme für die sog. Rückenschule bei Bildschirmarbeit

 – Kurse zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz

 – Vorträge über gesundheitsgerechte Ernährung im Betrieb und schließlich

 – Seminare über Alkohol-, Nikotin- und anderen Suchtmittelmissbrauch.

Sprechen Sie daher eine Krankenkasse dazu an, diese berät Sie zu den Kriterien, die erfüllt sein müssen oder nutzen Sie einen Dienstleister wie www.betriebliches-gesundheitsticket.de, der Ihnen das Ganze organisiert.

6. Personalrabatte

Wenn Sie Produkte oder Dienstleistungen in Ihrer Firma erbringen, die für Ihre Mitarbeiter interessant sind, können Sie Mitarbeiterrabatte geben. Bis zu einem Einkauf von 1080 € pro Jahr ist das steuerfrei.

7. Mal was Neues: die Werbeflächenpauschale

Hat Ihre Firma einen Aufkleber? Wenn der Mitarbeiter diesen auf sein Auto oder Motorrad klebt, können Sie ihm wegen Vermietung einer Werbefläche eine Pauschale von 21 €/ Monatlich bzw. einmal jährlich bis zu €255 steuer- und abgabenfrei zahlen.

Geht gar nicht: Kürzung des Gehalts zugunsten von “Naturalien”

Ganz wichtig: die steuerfreien Extras sind grundsätzlich zusätzlich zum bestehenden Gehalt zu zahlen, es darf kein bestehendes Gehalt gesenkt werden.

Mit Steuerberater abstimmen

Da mancher Betriebsprüfer solche Extras genau unter die Lupe nimmt, ist es notwendig, diese sorgfältig zu dokumentieren und die entsprechenden Belege / Nachweise / Bescheinigungen vom Mitarbeiter einzusammeln.

Sprechen Sie sich zu Ihren geplanten Maßnahmen deshalb vorher mit Ihrem Steuerberater ab, der gerne gemeinsam mit Ihnen sicherstellt, dass diese sinnvollen Maßnahmen steuerlich richtig umgesetzt werden.

Autor: Ralf Mathiesen, TAB Berlin City mit freundlicher Unterstützung von
Susanne Günther, Steuerberaterin, Kruttasch Steuerberatungsgesellschaft mbH

 

3 Kommentare

  1. Ralf Mathiesen

    14/12/2016 @ 21:31

    Hallo Herr Kordes,

    vielen Dank, ich freue mich über Ihre Rückmeldung!

    Beste Grüße

    Ralf Mathiesen

    Antworten
    • Hallo Thomas,
      schön, dass Du unseren Blog liest … Will mich nicht mit fremden Federn schmücken. Ich leite Dein Lob gerne an Ralf Mathiesen weiter. Wenn Du noch Fragen zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement hast, können wir gerne telefonieren.
      Viele Grüße
      Markus

      Antworten

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