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“Die Sehnsucht nach dem Meer…” das Erfolgsgeheimnis einer echten unternehmerischen Vision.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.”

Dieses berühmte Zitat von Antoine de Saint-Exupery steht – wohl wie kein anderes – für die Macht einer echten Unternehmer(!)-Vision. Ich sage bewusst „Unternehmer“- und nicht „Unternehmens“-Vision. Ein semantisch kleiner, aber in der realen Auswirkung gigantischer Unterschied!

Eine echte unternehmerische Vision wird immer vom Unternehmer selbst entwickelt - im Gegensatz zur Unternehmens-Vision, die in der Regel Produkt eines Gremiums von angestellten CEOs, Managern und Beratern ist. Diskutiert, feingetunt, akzeptanzgetestet, weichgespült… und oftmals sogar falsch, weil keine echte Vision, sondern eine Zielformulierung oder ein Mission Statement.

Eine echte Vision – der rote Faden, der sich durch eine Unternehmensgeschichte zieht, ist wie ein übergeordneter „Begeisterungs-Bauplan“ für den Unternehmer und die Menschen, die für ihn arbeiten. Dieser Bauplan kann durchaus einige kleine operationale Veränderungen erfahren. Dennoch bleibt das Gesamt-Bild, welches vor dem geistigen Auge entsteht, emotionalisiert, motiviert und antreibt, auch im Laufe vieler Jahre gleich.

TAB Visionen 1

Wer kennt nicht die Erfolgsgeschichten von Bill Gates, Steve Jobs, August Oetker und Co? Letzterer verkaufte Natronpulver in Kleinstportionen mit der Idee der „Geling-Garantie für die Hausfrau“ vor den Augen. Wir sind längst Teil der Visionen wirklich großer Unternehmer geworden: Heute haben wir in jedem Haus meist nicht nur einen Computer; Menschen tummeln sich tagelang in einer langen Schlange vor einem Apple-Store, wenn das neue iPhone herauskommt.

Allen ist eins gemein: es waren Unternehmer, die diese Vision hatten und daraus ein Unternehmen gegründet haben, und nicht ein Unternehmen, das meint, Mitarbeiter allein durch ein Statement (s.o.) motivieren zu können. Diese Unternehmer-Persönlichkeiten hatten selbst die „Sehnsucht nach dem Meer“ und haben es verstanden, diese auch bei ihren Mitarbeitern zu wecken.

Das ist das einzige Erfolgsgeheimnis einer echten unternehmerischen Vision. So einfach, und doch für viele so schwer zu erreichen.

Wie sieht es mit Ihrem Bild aus? Wie steht es bei Ihnen? Können Sie sich noch erinnern, was Sie angetrieben hat, als Sie Ihr Unternehmen gegründet oder übernommen haben? Hatten Sie ein „Bild“ vor Augen, was Ihr Produkt bewirken oder gar verbessern soll, oder wie Ihr Unternehmen in 10 Jahren aussieht? Und wenn ja, was ist aus dem Bild geworden? Existiert es noch, ist es schärfer geworden oder ist es vielleicht im Laufe der Jahre – aus was für Gründen auch immer – verblasst? Oder halten Sie es gar mit Altkanzler Helmut Schmidt, der sagte: „Wenn ich Visionen habe, gehe ich zum Arzt!“?

Ich würde es genau umgekehrt formulieren. Gehen Sie zum Arzt (oder besser: in sich selbst), wenn Sie keine Vision (mehr) haben. Oder kommen Sie mal in ein TAB-Unternehmerboard. Denn es besteht eine reale Gefahr, dass früher oder später etwas gewaltig schiefläuft. Lesen Sie hierzu einfach mal Michael E. Gerber´s „The E-Myth – Das Geheimnis erfolgreicher Firmen. Warum die meisten kleinen und mittleren Unternehmen nicht funktionieren und was Sie dagegen tun können“.

Die gute Nachricht zum Schluss: es ist nie zu spät, zum Träumen oder um eine echte Vision zu entwickeln! Man muss eigentlich nur eines – es wirklich wollen.

Autor: Thomas Grutzeck

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