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Das Einzelschicksal Führung ist vorbei – Vol.1

Über den Erfolgsfaktor Führung in Zeiten zunehmender Komplexität oder die Grenzen des OODA-loops.

Digitaler Tsunami – Globalisierung 2.0 – share economy – fair business – transparente Arbeitsmärkte – Industrie 4.0 – Individualisierung – demografische Entwicklung. Diesen Wettbewerbsbedingungen und Trends (ohne Anspruch auf Vollständigkgeit) sehen sich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) tagtäglich ausgesetzt oder sehen die ersten Anzeichen auch in ihren Märkten auf sich zukommen. Viele Branchen sind derzeit einem fundamentalen Wandel unterworfen. Bewährte Geschäftsmodelle greifen nicht mehr. Begleitet von einer industriedominierten bürokratischen Wirtschaftspolitik und einer entsprechenden medialen Begleitmusik verschärfen sich die Fragen nach den „richtigen“ Entscheidungen und einer geeigneten Führung in KMU.

Entscheidungsermüdung mit bitterer Reichweite

War Führung früher die richtungsweisende Einzelentscheidung des Unternehmers in einer sich moderat entwickelnden Umgebung, haben wir es heute mit vernetzten Führungs- und Entscheidungssituationen zu tun, deren Komplexität sich leider oft schon auf den ersten Blick, ihre bittere Reichweite jedoch meist erst auf den n-ten – und dann teuren – Blick offenbart. Die Diagnose von Unternehmen in dieser Situation eröffnet nicht selten Bilder, die von Entscheidungsermüdung bis zur kollektiven Überhitzung und Überforderung großer Teile der Mitarbeiter reichen, mit bekannten Symptomen wie endlosen Meetings, Entscheideritis, Verschieberitis, …

KW 3-2015 OODA-Loop„OODA“ kommt an seine Grenzen

Um hier wirkungsvoll den notwendigen Wandel in KMU zu organisieren, ist Führung das Mittel der Wahl und Kernaufgabe des Unternehmers. Allerdings helfen bei strategischen Themen wie beispielsweise „Digitalisierung der Geschäftsmodelle“ die traditionellen OODA-Schemata aus Analyse (observe = O), Bewertung (orient = O), Entscheidung (decide = D) und Handlung (act = A) nur noch begrenzt oder kurzfristig. Im schlimmsten Fall und leider zunehmendem Maße sieht sich der Unternehmer erheblichen eigenen Kompetenzlücken gegenüber und kann der Marktdynamik nicht mehr folgen – der mobile screen des Kunden ist nur noch eine Armlänge entfernt!

Sind „fließende Teams“ die Lösung?
Image courtesy of franky242 at FreeDigitalPhotos.net

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Bei derartigen Herausforderungen reicht der Blickwinkel einer Expertise nicht mehr aus, sondern es müssen viele Experten im ganzen Unternehmen horizontal hierarchiefrei und mit wechselnden (Projekt-) Führungsrollen an der gemeinsamen Lösung arbeiten. Die klassische „Einheitsführung“ würde dabei Leistungsressourcen blocken, demotivierend wirken und schlimmstenfalls zu erhöhter Fluktuation führen.

Wie sieht der Rahmen aus, in dem „fließende“ Teams zur vollen Wirkung gebracht werden können?

Welche Faktoren und Bedingungen müssen KMU im Blick haben, um wirkungsvolle Entscheidungs- und Führungsstrukturen neu auszurichten?

Im nächsten Beitrag lesen Sie hierzu meine Überlegungen – bis dahin bin ich gespannt auf Ihre Erfahrungen zu diesem Thema!

Autor: Joachim Ripke

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