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Argumente für gezieltes Controlling in KMU

Controlling? Das ist nichts für mich! Mit dieser Denkweise sind Sie nicht allein. Die Verbreitung eines systematischen Controllings ist in kleinen und mittelständischen Unternehmen deutlich geringer als in mittelgroßen oder großen Unternehmen. Bei näherem Hinsehen greift dies in Zeiten dynamischer und komplexer Rahmenbedingungen aber oftmals zu kurz. Um dies zu verdeutlichen betrachten Sie doch einmal folgende Aspekte:

2017_07_19_TSteinel_Controlling in KMUKenne ich mein Unternehmen?

Spontan wird jeder diese Frage mit „ja, selbstverständlich“ beantworten. Aber ist das wirklich so und auf welcher Basis basiert diese Kenntnis? Natürlich ist da Ihre langjährige Erfahrung. Aber beruht diese auf Ihrem „Bauchgefühl“? Oder ist sie ergänzend auch durch „harte“ Fakten und Zahlen hinterlegt?

Nutzen Sie systematisch alle zur Verfügung stehenden Informationen?

Ihr Steuerberater und / oder Ihre Buchhaltung stellen Ihnen monatlich Auswertungen zur Verfügung, die wertvolle Informationen enthalten. Schauen Sie sich diese unbedingt regelmäßig an, greifen Sie sich relevante Einzeldaten heraus und verfolgen diese in der Zeitreihe. Oftmals lassen sich so aus Abweichungen Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen. Lassen Sie sich diese Zeitreihe automatisch erstellen und liefern, dies ist mit den modernen EDV-Systemen problemlos möglich.

Gibt es eine Deckungsbeitragsrechnung?

– Wissen Sie, wie profitabel Ihre einzelnen Produkte (produzierendes Gewerbe, Handel) oder Kunden (Dienstleister) sind?
– Benutzen Sie diese Kenntnisse für die Steuerung Ihres Unternehmens und für Kalkulationen / Angebote?

Falls nicht, denken Sie unbedingt darüber nach, eine solche Deckungsbeitragsrechnung aufzubauen und zu etablieren, das ist mit weniger Aufwand möglich, als Sie vielleicht glauben. Und es ergeben sich so manche „aha“ Erlebnisse….

Passgenaue Kennzahlen entwickeln

Finanzkennzahlen sind das eine, spezifische, individuelle, auf Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse zugeschnittene das andere. Über die Finanzkennzahlen (wichtig!) haben wir schon gesprochen, aber wie sieht es mit den auf Ihre Firma zugeschnittenen Kenngrößen aus? Diese sind so vielfältig wie die gesamte mittelständische Unternehmenslandschaft, es gibt also kein Patentrezept.

Woran messen Sie Ihren Erfolg?

Betrachten Sie als ersten Schritt Ihre Schlüsselprozesse und überlegen Sie dann, wie hier eine zielgerichtete Betrachtung auf Basis von Kenngrößen aussehen könnte. Hier hier einige Beispiele für mögliche Kennzahlen:
– Produktion: Durchlaufzeit, Ausschussquote, Maschinenauslastung
– Vertrieb: Kundenbesuche, gewährte Rabatte
– Personal: Krankheitsquote, Fluktuation, Umsatz pro Mitarbeiter
– Kunden / Produkte: Garantiefälle, Reklamationen
– Dienstleistung: abgerechnete Stunden / geleistete Stunden
Dies sind nur einige Beispiele, um Denkanstöße für Sie und Ihr Unternehmen zu geben. Generell gilt jedoch: Kennzahlen sind kein Selbstzweck, im Vordergrund steht immer die Überlegung, welche Kennzahlen Sie wirklich benötigen, um ein rundes Bild Ihres gesamten Unternehmens zu gewinnen. Und immer Vor- / Umsicht bei der Interpretation!

Externe Impulse

Ein externer Blick auf die genannten Aspekte wird auf alle Fälle hilfreich sein. Sprechen Sie also mit Ihrem Steuerberater, Ihrem Beirat oder sonstigen Personen Ihres Vertrauens! Selbstverständlich sind auch Ihr TAB-Moderator und die Kollegen Ihres TAB-Boards ideale Sparringspartner, die Ihnen helfen, einen etwas anderen Blick auf Ihr Unternehmen zu entwickeln.

Autor: Thomas Steinel, TAB Moderator Rhein-Neckar

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