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Candidate Experience – so gewinnen Sie Ihren Wunschkandidaten für Ihr Unternehmen

Was ist wichtig, damit sich Ihr Wunschbewerber auch für Ihr Unternehmen entscheidet? In meinen letzten Blogs habe ich darüber geschrieben, wie Sie bei der Auswahl von Bewerbern die beste Entscheidung treffen können. Jetzt betrachten wir die andere Seite: auch Sie bewerben sich, denn Ihr Kandidat entscheidet sich genauso für oder gegen Sie.

Image courtesy of 89studio at FreeDigitalPhotos.net

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In Zeiten des demographischen Wandels herrscht hier Augenhöhe zwischen dem Bewerber und Ihnen. In vielen Fällen hat der Bewerber die Auswahl zwischen mehreren Angeboten. Was ist also wichtig, damit Ihr Wunschbewerber sich für Sie entscheidet?

Welche Erfahrungen macht der Kandidat in Ihrem Bewerbungsprozess?

Die Candidate Experience beschreibt, wie der Bewerber den Rekrutierungsprozess von der Bewerbung bis zum Arbeitsvertrag erlebt. Dazu gibt es erste Studien: in der Candidate Experience Studie 2014 (Autoren MetaHR & HWTK Leipzig) wurde z.B. herausgefunden, über 85% der Bewerber ihre Entscheidung für oder gegen den Arbeitgeber vom Einstellungsgespräch abhängig machen.

Meine TOP 10 Tipps, damit sich Bewerber für Sie entscheiden:

  1. Betrachten Sie den Bewerber wie einen Kunden und behandeln Sie ihn so.
  2. Geben Sie in der Stellenanzeige neben Ihren Anforderungen auch Informationen zum Unternehmen als Arbeitgeber, zu Ihren Sozialleistungen und zu Ihren Werten
  3. Die meisten Bewerber werden sich Ihre Website ansehen: wird dort auch der Kunde Bewerber angesprochen? Gibt es eine Karriereseite, die beschreibt, wie es ist bei Ihnen zu arbeiten und welche Möglichkeiten der Weiterentwicklung es gibt?
  4. Senden Sie spätestens am nächsten Tag eine Eingangsbestätigung zur Bewerbung und geben dabei auch Informationen zum weiteren Ablauf des Bewerbungsprozesses. Benennen Sie einen Ansprechpartner mit Telefonnummer und Email-Adresse
  5. Leben Sie vor, was Sie vom Bewerber als Mitarbeiter erwarten werden: z.B. seien auch Sie pünktlich zum Gespräch
  6. Schaffen Sie eine positive, wertschätzende Atmosphäre beim Gespräch und stellen Sie dem Bewerber zuerst sich und Ihre Firma vor
  7. Seien Sie vorbereitet – gute Fragen zeigen dem Bewerber, dass er/sie Ihnen wirklich wichtig ist und Sie ihn/sie ernst nehmen
  8. Geben Sie dem Bewerber die Möglichkeit, Sie und Ihre Firma wirklich kennen zu lernen, damit er/sie eine gute Entscheidung treffen kann, z.B. durch ein Gespräch allein mit einem Ihrer Mitarbeiter, Zeigen des Arbeitsplatzes etc.
  9. Halten Sie sich an Absprachen wie Terminzusagen und senden Sie Unterlagen wie den Arbeitsvertrag schnellstmöglich
  10. Senden Sie Absagen zeitnah und formulieren Sie diese wertschätzend

Jeder Kandidat ist ein Multiplikator

In der bereits genannten Candidate Experience Studie 2014 wurde übrigens auch herausgefunden, dass über 80% der Bewerber anderen Menschen von den Erlebnissen bei Ihrer Bewerbung erzählen und fast 25% dafür auch soziale Medien bis hin zu Arbeitgeberbewertungsplattformen (z.B. Kununu) nutzen würden. Das ist ein weiterer Grund, den ganzen Einstellungsprozess zu nutzen, um sich als Arbeitgeber gekonnt zu präsentieren.

Autor: Ralf Mathiesen

Die TAB-Unternehmerboards in Berlin werden von Ralf Mathiesen moderiert. Hier treffen sich Inhaber und Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen einmal im Monat, um Lösungen für aktuelle Herausforderungen ihres unternehmerischen Alltags in einer “Think Tank”- Atmosphäre gemeinsam zu entwickeln.

2 Kommentare

  1. Carsten Durchholz

    21/02/2016 @ 12:42

    Ich kann Herrn Mathiesen nur zustimmen. Allein die Lektüre von Stellenanzeigen führt bei mir (je nach Stimmung) regelmäßig zu Kopfschütteln oder Heiterkeit. Da frage ich mich dann: Hat das überhaupt jemand gelesen? Vielleicht gar mit den Augen eines Kandidaten? Ein Beispiel: Kürzlich las ich, dass zu den Arbeitsaufgaben eines “Regionalleiters” die “Teilnahme an Regionalleitersitzungen” gehöre. Solch bahnbrechende Erkenntnisse gibt es leider häufig. Schön wäre es auch für den ernsthaften Interessenten, eine klare Kommunikation von muss und nice-to-have Anforderungen zu haben, anstatt einer “Eierlegendewollmilchsau”-Anforderungsliste, die mit hoher Wahrscheinlichkeit am Ende niemand erfüllen wird. Schließlich macht auch das sich bewerben Aufwand und ein wertschätzender Umgang mit potenziellen Kandidaten von Anfang an sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

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