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5 Kreativätstechniken für Unternehmer

Heute stelle ich Ihnen fünf Kreativitätstechniken vor, sich für mich in der Praxis bewährt haben. Manche funktionieren besser im Team, manche auch allein. Grundsätzlich eignen sich all diese Ideenfindungs-Methoden hauptsächlich für Fragestellungen, bei denen der Lösungsweg noch unbekannt ist.

Image courtesy of Master isolated images at FreeDigitalPhotos.net

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Also, am besten Sie verabreden sich mit IhremTeam, erinnern sich nochmal kurz an die Spielregeln (siehe letzter Beitrag) und dann kann’s losgehen.

1. Brainstorming

Der „Gedankensturm“ gehört zu den bekanntesten intuitiven Methoden und ist praktisch zum Synonym für Ideenfindung geworden. Hiermit wird in kurzer Zeit viel geliefert. Am verbreitetsten ist es, Ideen einfach in den Raum zu werfen, die dann von einem (vorher bestimmten) Moderator aufgeschrieben werden. Abgewandelt kann dies auch auf Papier stattfinden, also jede Idee wird auf einen Zettel geschrieben. Diese Zettel werden dann an eine Pinnwand befestigt. Ganz wichtig: während der Ideensuche wird weder bewertet noch diskutiert – sortiert, weiterentwickelt und bewertet wird erst im nächsten Schritt!

2. Perspektivwechsel

Versetzen Sie sich doch mal in eine ganz andere Perspektive. Mit einem kleinen Dreh in der Sichtweise auf Ihre Fragestellung finden Sie hier neue Ideen, gerade wenn es um ein bestimmtes Produkt geht. Indem Sie den Blickwinkel verengen oder öffnen, sehen Sie auf einmal Eigenschaften Ihres Produktes, die vorher nicht wahrnehmbar waren. Das kann die Vogelperspektive sein, der nicht erwartete Nutzer, der Nachbar, die Putzfrau oder das Finanzamt….

3. Die 6-3-5 Methode

Bei der 6-3-5 Methode haben Sie vorher sechs Blätter Papier mit je drei Spalten und sechs Zeilen in 18 Kästchen aufgeteilt. Jeder der sechs Teilnehmer schreibt in der ersten Zeile drei Ideen (je Spalte eine) auf. Jedes Blatt wird nach fünf Minuten weitergereicht. Der Nächste in der Runde versucht dann, die bereits aufgeschrieben Ideen des Vorgängers aufzugreifen, zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Hier entstehen dann in einer halben Stunde bis zu 108 Ideen. Einfach mal ausprobieren!

4. Kopfstandtechnik

Diese Methode eignet sich, wenn man nochmal ganz anders an eine Fragestellung herangehen will. Sie formulieren mit Ihrem Team ihre Fragestellung neu, indem Sie das Problem auf den Kopf stellen, ihm ein Worst-Case-Szenario verpassen. Dann überlegen Sie eine Lösung für das (gegenteilige) Problem und  verkehren diese wieder zurück in die Realität.
Aus “Wie kann ich mehr Kunden gewinnen?” wird “Wie kann ich möglichst viele Kunden abschrecken?”. Die Antworten darauf könnten z.B. sein “Standort wechseln in eine gefährliche Gegend mit wenig Laufkundschaft“ oder  „Gerüchte über fürchterlichen Besitzer streuen“. Im letzten Schritt werden jetzt die “Anti-Ideen” wieder ins Gegenteil verwandelt. Dann wird aus “Gerüchte über den schrecklichen Besitzer” “Die Persönlichkeit des Inhabers anhand einiger Eigenschaften und Beispiele darstellen”.
Diese Methode funktioniert bestens in Runden, die nicht so richtig in Gang kommen, denn es macht jedem Spaß zu überlegen, was nicht funktioniert oder was schief geht. Mit guter Stimmung im Team bekommen Sie ganz andere Ideen und Aspekte für Ihre Problemstellung.

5. Die SCAMPER-Methode

Die Scamper-Methode listet Fragen in einer Art Checkliste auf, die als Anregung zum Weiterdenken genutzt werden können. Sie eignet sich bei der Entwicklung möglicher neuer Produkte. Die Antworten der Checklisten-Fragen sind nicht alle praktikabel, sollen aber als Anfangspunkt dienen. Bei dieser Methode sollte man vor allem auch die Zeit gut im Blick haben – mehr als 15 Minuten pro Checkliste ist wenig hilfreich.

S – Substitute: Ersetzen: z.B. Komponenten, Materialien, Personen

C - Combine: Kombinieren: Zusatzfunktionen formulieren

A – Adapt: Abändern: z.B. die Funktion verändern

M – Modify: Steigern oder vermindern:  z.B. Größe, Maßstab, Gestalt.

P – Put: “Put to another use” – weitere Verwendungen finden: z.B. den Anwendungsbereich umformulieren

E – Eliminate: Entfernen und vereinfachen: z.B. auf Kernfunktion reduzieren

R – Reverse: Umkehren: z.B. auf den Kopf stellen, eine entgegengesetzte Nutzung finden (siehe auch Nr. 4 Kopfstandmethode).

Nun seien Sie neugierig, auch wenn Sie bisher noch keine Erfahrungen mit Ideen-Methoden hatten. Sie  werden Sie feststellen, dass Sie mit Ihrem Team zu ganz anderen Ideen kommen, wenn Sie die Ideensuche mal anders aufziehen. Probieren Sie es einfach mal aus!

Autorin: Ariane Bödecker

Und jede Menge neuer Blickwinkel garantiert auch die Teilnahme an einem TAB-Unternehmerboard. Hier setzen sich einmal im Monat Unternehmer an einen Tisch, um gemeinsam Lösungen unter Anleitung eines erfahrenen TAB-Coachs für ihre jeweiligen Probleme zu entwickeln. Es entstehen oft unerwartete Ideen, die vor allem durch den externen Blick möglich werden.

 

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