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Datenschutz geht alle Unternehmer an

Die nächste bürokratische Herausforderung steht vor der Tür, und der sperrige Name “Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO)” lässt den notwendigen Aufwand für Unternehmer nicht erahnen.

2017_08_16_MBeckmann_Datenschutz_KMU

Worum geht es?

Am 25. Mai 2018 tritt EU-weit die Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Damit werden die Grundrechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und das Recht auf deren Schutz neu geregelt. Das hat für Unternehmen weitere Transparenz- und Informationspflichten zur Folge und soll zu einem deutlich stärkeren Schutz der Betroffenen führen.

Was ist neu und wichtig daran?

1. Die neue Verordnung wird alle Anforderungen und Verpflichtungen an und für Unternehmen und Organisationen regeln, die Daten von natürlichen Personen sammeln, erheben, verarbeiten oder nutzen. Sie wird damit alte, auf nationaler Ebene gültige Vorschriften ersetzen.

2. Die neue Vorschrift verlangt von jedem Unternehmen eine individuelle Daten-Strategie inkl. Notfallmaßnahmenplanung, die bis zum Stichtag im Mai 2018 zu erstellen, einzuführen, umzusetzen und zu dokumentieren ist.

Der Gesetzgeber hat 4 Schutz-Ziele gesetzt:

Ziel 1: Vertraulichkeit der Daten, d.h., diese sollen für unberechtigte Dritte nicht zugänglich sein.
Ziel 2: Daten-Integrität, d.h., Sicherstellung, dass Daten nicht verfälscht werden können.
Ziel 3: Daten-Verfügbarkeit, d.h. Daten sind dann verfügbar, wenn sie gebraucht werden.
Ziel 4: Belastbarkeit der Systeme und Dienste, d.h., Datenverarbeitungssyteme müssen robust und belastbar ausgelegt sein und Angriffen und Notfällen widerstehen können.

5 Konsequenzen für KMU

Die Anforderungen an Unternehmen werden signifikant erhöht:

1. Die Geschäftsführung ist nach der EU-DSGVO persönlich haftbar. Diese Haftung kann nicht vertraglich abgewendet oder die Verantwortung an andere delegiert werden; das hat zur Folge, dass Unternehmenssanktionen verschärft werden, bis auf 4% des jährlichen weltweiten Gesamtumsatzes des betroffenen Unternehmens.

2. Die neue Verordnung beinhaltet eine Beweislastumkehr: GF und ihr Unternehmen müssen dokumentieren und nachweisen könne, dass die Regelungen eingehalten werden.

3. Natürliche Personen erhalten Informations-/Auskunftsansprüche, denen innerhalb 4 Wochen nach Eingang des Ersuchens zwingend elektronisch/schriftlich entsprochen werden muß; bei Verzug besteht unmittelbares Klagerecht.

4. Privatpersonen erhalten das Recht auf unverzügliches Löschen personenbezogener Daten eingeräumt.

5. Es besteht das Recht auf sogenannte Datenportabilität. D.h., jeder EU-Bürger hat Anspruch darauf, seine persönlichen Daten an einen beliebigen Ort, also auch zu Wettbewerbern, weitergeben zu lassen. Unternehmen dürfen dem nicht widersprechen.

Diese 5 Dinge sollte jeder Unternehmer jetzt tun:

>>1: Alle gespeicherten persönlichen Daten sollten analysiert und vollständig zusammengetragen werden. Die Datennnutzung im Unternehmen muss dokumentiert werden.

>>2: Ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter sollte bestellt werden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn das Geschäftsmodell hauptsächlich auf die Verarbeitung personenbezogener Daten zurückgreift.

>>3: Unternehmer sollten veranlassen, dass dem “Recht auf Vergessenwerden” im Unternehmen über alle Prozesse und Abteilungen hinweg nachgekommen werden kann. Gleichzeitig müssen ausgewählte Daten auch selektiv zu löschen sein.

>>4: Die Unternehmens-Website muss auf die Anforderungen der neuen Verordnung angepasst werden. D.h. insbesondere Augen auf bei Kontaktformularen oder Webshopangeboten!

>>5: Erklärungen zur Einwilligung zur Datenverarbeitung müssen auf das neue Gesetzeswerk adaptiert werden.

Fazit

Der bürokratische Aufwand für Unternehmer bei der Umsetzung und Anwendung der neuen Datenschutz-Verordnung DSGVO wird sich spürbar erhöhen. Zunächst muß jedoch der Stichtag 25. Mai 2018 beachtet werden – für diese Herausforderung stehen nun noch weniger als 300 Tage zur Verfügung.

Mittlerweile haben etliche Dienstleister, insbesondere Fachanwälte und spezialisierte IT-Unternehmer, die Dringlichkeit erkannt und bieten Services zur Einhaltung des Stichtages an.
Dies scheint auch notwendig, denn es steht zu vermuten, dass es ab dem 26. Mai 2018 Adressen geben wird, die über Abmahnungen von sich reden machen werden…unabhängig und zusätzlich zu Behörden und Ämtern.

Autor: Michael Beckmann,
TAB Inhaber & zertifizierter TAB Moderator Region Hochtaunuskreis

Wenn sich Inhaber von KMU im Hochtaunuskreis, nördlich von Frankfurt /Main über so sensible Themen wie Datenschutz in ihrem TAB Unternehmerboard austauschen, ist Michael Beckmann ihr Moderator und auch oft – aufgrund seiner breiten Expertise in diesem Bereich – ihr geschätzter Ratgeber. 

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Fünf Tipps, um sicher und überzeugend zu präsentieren

Ob Betriebsfest, Fachveranstaltung oder Tag der offenen Tür – auch klein- und mittelständische Unternehmer müssen vor Publikum sprechen. Mit diesen 5 Tipps werden diese Anlässe für Sie garantiert zum Erfolg:

2017_08_09_SVogt_Überzeugend präsentieren

1. Vorbereitung in 5 Schritten

Worum geht’s und wer hört zu? Zunächst einmal sollten Sie sich Klarheit verschaffen, was der Rede-Auftrag ist. Ein Grußwort zum Firmenjubiläum? Oder eine Produktpräsentation? Wenn Sie als Redner auf einer Veranstaltung eingeladen sind, sprechen Sie mit dem Veranstalter Inhalt und Dauer der Rede genau ab, erkundigen Sie sich, wer sonst noch spricht und worüber. Verschaffen Sie sich auch Klarheit, wer im Publikum sitzt: Fachleute? Kunden? Lieferanten? Politiker?

Wissen sammeln: Wenn der Auftrag klar ist, sammeln Sie ungefiltert ihr Wissen über das Thema der Präsentation. Dann geht es ans Sortieren und Auswählen – niemand verlangt, dass Sie in einer Viertel Stunde 100 Jahre Firmengeschichte erzählen, suchen Sie sich drei Highlights aus, die exemplarisch sind.

Begrüßung: Beginnen Sie mit einer Begrüßung, lernen Sie den Anfang ruhig auswendig. Strukturieren Sie Ihre Argumente und vergessen Sie nicht, mit einem Fazit oder einem Appell zu enden. Auch für die Schluss-Sätze ist auswendig Lernen nicht verkehrt.

Thema visualisieren: Beginnen Sie ist mit Ihrer Visualisierung, zum Beispiel dem Erstellen einer Powerpoint-Präsentation erst jetzt! Sie werden sehen, Sie brauchen viel weniger Folien als Sie denken. Und diese sind nun gut strukturiert.

Übung macht den Meister: Die Vorbereitung endet mit Üben Üben Üben. Gerne erstmal für sich, auch, um die Zeit abzustimmen. Reihen Sie sich nicht ein die lange Reihe der Redner, die zeitlich weit übers Ziel hinausschießen und das Publikum damit strapazieren. Üben Sie auch vor Publikum, zum Beispiel in Ihrem TAB-Unternehmerboard.Ehrliches Feedback ist Gold wert!

2. Kontakt zum Publikum

Reden halten ist kein Monolog! Gehen Sie in Kontakt mit Ihrem Publikum. Bevor Sie mit dem Sprechen beginnen, schauen Sie sich an, wer Ihnen zuhört. Lassen Sie sich dabei nicht von ernsten Gesichtern verunsichern – wer konzentriert zuhört neigt zu herunterhängenden Mundwinkeln und Stirnfalten. Machen Sie sich bewusst: Ich erzähle diesen Menschen etwas, ich unterhalte Sie und gebe Ihnen neue Informationen.

3. Klare Botschaften, eindrückliche Bilder

Überlegen Sie sich, was das Publikum mitnehmen soll, womöglich tun soll (ein Produkt kaufen, oder auch einfach Ihr Unternehmen in guter Erinnerung behalten). Welche Geschichten können dieses Ziel unterstützen, welche Bilder? Bilder können Sie auch mit Worten formen. So wie das Bild vom Unternehmer als Fahrradfahrer, der mit Antrieb seines Unternehmens – dem Hinterrad – dahin lenkt, wo er mit seiner persönlichen Vision – dem Vorderrad – hin will.

4. Lampenfieber senken

Ein gewisses Maß an Nervosität erhöht die Aufmerksamkeit. Ihre gute Vorbereitung ist die beste „Waffe“ gegen zu viel Lampenfieber. Lockern Sie sich vor dem Auftritt, das machen auch die Profis. Schütteln Sie sich: Recken, strecken und gähnen lockert die Gesichtsmuskeln, leises leichtes Summen entspannt die Sprechmuskeln. Um „runter zu kommen“: Stellen Sie sich hin, beide Füße fest auf dem Boden. Atmen Sie tief aus und machen eine bewusste Atempause. Einatmen kommt von alleine. Wiederholen Sie das tiefe Ausatmen ein paar Mal und genießen Sie die Pause.

5. Sicherer Umgang mit Einwänden und Pannen

Auch auf Einwände kann man sich vorbereiten: Überlegen Sie, welche Einwände vermutlich kommen werden. Zudem zeigen Einwände, dass auch das Publikum den Dialog will und Sie erhalten Hinweise, von wo was für Kritik kommt. Deshalb: Seien Sie dankbar für Einwände und sagen Sie das auch.

Wenn die Technik versagt, der Kaffee eine Minute vor dem Vortrag auf Ihrem Hemd, Ihrer Bluse gelandet ist: Offensiv damit umgehen. Auf der Bühne gibt es kein Verstecken. Je nach Stil mit Humor: „Die Peinlichkeit des Tages ist schon vergeben, schauen Sie auf meine Bluse!“ oder sachlich: „Nun ist es mir passiert, der Albtraum jeden Redners… Ich hoffe, mit meinem Vortrag dennoch Ihr Interesse zu wecken.“

Und wer immer einen Plan B hat – nämlich das Sprechen ohne PowerPoint im Fall des Falles – kann den Tücken der Technik wesentlich gelassener entgegensehen.

Autorin: Sina Vogt / TAB Moderatorin in Köln

Bei vielen Themen, die Unternehmern auf den Nägeln brennen, kommt es darauf an, sie überzeugend zu präsentieren. Auch darum geht es immer wieder, wenn sich Inhaber von KMU in den TAB Unternehmerboards in Köln unter der Moderation von Sina Vogt treffen. 

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Führung und das deutsche “Du”

Selbst bei gestandenen Inhaber-Unternehmern spielt sie eine Rolle: Die Hemmung in der Kommunikation und damit der Führung, wenn man sich – manchmal von Anfang an, manchmal erst nach Jahren – auf das „Du“ geeinigt bzw. dazu durchgerungen hat. In meinen Coaching-Sessions stoße ich häufig auf dieses Thema.

2017_08_02 CMCooper_Führung_Gefahren_Duzen„You can say you to me“ …

…..ist ein geläufiges deutsches Bonmot. Es zeigt das Dilemma, in dem sich viele meist jüngere, aber auch ältere Führungskräfte befinden. Bei Söhnen und Töchtern, die z.B. nach anfänglicher Mitarbeit im Unternehmen später als Führungskraft oder Geschäftsführer tätig sind, stellt sich dieses Thema. Man ist doch per „Du“! Kann es dabei bleiben? Zum „Sie“ wechseln? Sicher nicht. Denn es gibt einen einfachen Weg, wie sich noch zeigen wird.

Führungsmodelle verzichten auf den “Du”-Aspekt

Das „Sie“ und das „Du“ Thema kommt in den eher strukturierenden, mechanischen (häufig sehr hilfreichen) Führungsmodellen nicht vor. Meistens sind die Modelle nicht bis auf die Kommunikationsebene hinunter ausformuliert. Oder Sie kommen aus dem englischen Sprachraum.

“Du” = Kumpel?

Während Angelsachsen und Amerikaner (und Niederländer und Skandinavier usw.) mit dem
„Du“ /“je“, „jij“/ „du“…) aufgewachsen sind und folglich Bedeutungstiefe und Kontext verinnerlicht haben, fällt der Deutsche häufig mit dem Wechsel zum „Du“ übergangslos in die gefühlte (erlernte) Kumpel- und Freund-Beziehung, in die Distanzlosigkeit.

Wo das “Du” am häufigsten hemmt:

>> Kritik üben: Die fällt vielen in der „Du“-Form schwerer, wird evtl. vorsichtiger vorgetragen und bleibt damit unklarer.
>>Oder bei Gehaltsgesprächen: es kann schwerer fallen, die Grenze zu ziehen oder neben fehlender Leistung auch kritische Verhaltensaspekte anzusprechen.
>>Schließlich Beförderungen: auch hier kann der Aufwand, die Entscheidung zu begründen deutlich steigen. Aber man ist doch Chef, Vorgesetzter, Führungskraft. Wie dieses Dilemma lösen?

Rolle und Person trennen

Um dieses Dilemma als Führungskraft aufzulösen, ist es notwendig, Rolle und Person zu trennen:

„Rolle“ meint das Verhältnis „Führungskraft“ – „Mitarbeiter“

In der “Rolle” als Führungskraft wird die arbeitsvertraglich vereinbarte Leistung angesprochen. Hier kommt die Hierarchie (Anweisung) ins Spiel. Ebenso wie die (relative) Wertungshoheit: „Tut mir leid, Ihre / Deine Leistung ist nicht ausreichend!“

Sensibler wird es, wenn es um Feedback zum Verhaltens geht: , z.B. der Teamfähigkeit – und wenn sog. “Peinlichkeitsthemen” wie Alkohol, Körpergeruch usw. zur Sprache kommen müssen. Hier schafft die Rolle die Distanz, die unterstützt, das jeweilige Thema direkt anzusprechen. Der Chef macht klar, was er erwartet! Dahingegen: der Verhaltensaspekt „Pünktlichkeit“ ist in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Kulturen – auf jeden Fall direkt ansprechbar.

Wertschätzung transportieren: die persönliche Ebene

“Person“ hingegen stellt zentral auf die Wertschätzung des Gegenübers ab: “Ich schätze, dass Sie sich engagieren, ich schätze Deine Ideen, schätze Ihre Umsicht; ich schätze Deine Verlässlichkeit, schätze all die Aspekte, die Dich ausmachen”.

Wenn ich mir dies vor Augen halte, wenn es der Führungskraft gelingt, Rolle und Person zu trennen, dann ist es auch im Kontext des „Du“ nicht zu schwierig, den Mitarbeitern (im Gegensatz zu Kollegen) klare Führung und wertschätzende Unterstützung zu geben.
Dies gilt alles auch dann, wenn das „Du“ das „Sie“ in der weiteren Zukunft weitgehend verdrängen sollte.

Autor: Christopher M. Cooper, TAB Inhaber und Moderator Rhein-Sieg

Wenn sich Unternehmer in der Region Rhein-Sieg einmal im Monat unter der Moderation von Christopher M. Cooper in ihrem TAB Unternehmerboard treffen, dann stehen Führungsthemen oft ganz oben. 

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Ein kleiner Dreh für höhere Kommunikations-Drehzahlen

Wie die interne Kommunikation in KMU durch einfache Methoden verbessert werden kann. Der folgende Beitrag richtet sich an Unternehmer, in deren Unternehmen trotz Digitalisierung noch immer viel in Papierform von einem Mitarbeiter zu einem anderen transferiert wird. Angefangen von A wie Antrag auf Urlaub bis hin zu Z wie der im Umlauf befindlichen (Fach)Zeitschrift.

2017_07_26_KWillberg_Postfach als BewegungsmelderBaustelle interne Kommunikation

Interne Kommunikation ist eines der am häufigsten genannten Bereiche, wenn ich als Inhaber der Region Ludwigsburg von TAB® The Alternative Board Unternehmer danach frage, was sie in ihrem Unternehmen als verbesserungswürdig ansehen. Hier ein Praxisbeispiel aus dem Unternehmensalltag:

Beispiel (Fach)Zeitschrift: Ladenhüter im Postfach?

Der Umlauf einer Fachzeitschrift wird mit der Reihenfolge der Empfänger festgelegt, die auf dem Umschlag der Zeitschrift angebracht ist. Die Empfänger des Umlaufs sollten sich auf die Verweildauer der Zeitschrift pro Leser verständigen. Das kann z.B. von einem Tag auf den nächsten sein, wobei es den Lesern freigestellt ist, sich von einem Artikel eine Kopie zu machen, wenn die Zeit für die Lektüre nicht ausreicht. Schließlich sollte jeder Empfänger des Umlaufs auf dem Umlaufzettel per Datum dokumentieren müssen, wann er die Zeitschrift erhalten und wann er sie weitergegeben hat.

Wohin gibt der Leser die Zeitschrift?

In das im Unternehmen irgendwo zentral angesiedelte Postfach des nächsten Empfängers, der u.U. in einer anderen Abteilung oder in einem anderen Stockwerk bzw. Gebäude des Unternehmens tätig ist. Dort liegt sie dann, die Fachzeitschrift, und liegt und liegt – inmitten von vielen anderen Papieren, die sich in dem Postfach angesammelt haben. Oft sind diese überquellenden Postfächer übrigens auch ein Indiz für die räumliche Ausgrenzung mancher Mitarbeiter in andere Gebäude oder Stockwerke

Postfächer für alle in jeder Abteilung

Was tun? Im Zuge von Schreinerarbeiten ließ ich in meinem Unternehmen Container anfertigen: für jedes Stockwerk des Unternehmens einen Container mit Postfächern für alle Mitarbeiter des gesamten Unternehmens. Die Ansagen dazu war: Jeder Mitarbeiter muss mindestens einmal pro Tag in jedes Stockwerk des Unternehmens gehen, um dort sein Postfach zu leeren.
Diese Lösung bietet gleich mehrere Vorteile:

1. Kürzere Wege: Der Weg vom Büro zum Postfach eines Kollegen verkürzte sich, da nicht mehr zu den zentral angesiedelten Postfächern gelaufen werden musste.

2. Mehr Kommunikation außerhalb des eigenen Bereichs: Da der Weg zu den einzelnen Postkästen für jeden Mitarbeiter durch alle Stockwerke des Unternehmens führte, begegneten sich Kollegen, die sich in früheren Zeiten nie oder nur selten sahen. Das schuf Gelegenheiten für spontanen Austausch.

3. Transparenz: Jeder konnte jeden Tag angesichts der Fülle eines Postfaches sehen, bei wem sich die so sehnlichst erwartete (Fach)Zeitschrift befinden könnte.

4. Bewegung: Alle Mitarbeiter kamen regelmäßig von ihrem Arbeitsplatz weg und mussten sich physisch bewegen, taten sie das nicht, war dies für alle sichtbar.

Das Postfach wurde somit zum Bewegungsmelder.

Natürlich stand dieses Postfach als Bewegungsmelder auch für einen kollektiven Druck auf die einzelnen Mitarbeiter. Es dauerte aber nicht lange, bis das nicht mehr als unangenehm, die vielen Begegnungen und die damit verbundene Teambildung dagegen als sehr positiv empfunden wurde.
Wie eingangs geschrieben, wird das hier beschriebene Postfach-Konzept in den seltensten Fällen übertragbar sein. Es soll nur als Anregung dafür dienen, darüber nachzudenken, wie auch mit recht einfachen und manchmal unkonventionellen Mitteln die interne Kommunikation in einem Unternehmen verbessert werden kann.

Autor: Klaus Willberg, TAB Ludwigsburg

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Argumente für gezieltes Controlling in KMU

Controlling? Das ist nichts für mich! Mit dieser Denkweise sind Sie nicht allein. Die Verbreitung eines systematischen Controllings ist in kleinen und mittelständischen Unternehmen deutlich geringer als in mittelgroßen oder großen Unternehmen. Bei näherem Hinsehen greift dies in Zeiten dynamischer und komplexer Rahmenbedingungen aber oftmals zu kurz. Um dies zu verdeutlichen betrachten Sie doch einmal folgende Aspekte:

2017_07_19_TSteinel_Controlling in KMUKenne ich mein Unternehmen?

Spontan wird jeder diese Frage mit „ja, selbstverständlich“ beantworten. Aber ist das wirklich so und auf welcher Basis basiert diese Kenntnis? Natürlich ist da Ihre langjährige Erfahrung. Aber beruht diese auf Ihrem „Bauchgefühl“? Oder ist sie ergänzend auch durch „harte“ Fakten und Zahlen hinterlegt?

Nutzen Sie systematisch alle zur Verfügung stehenden Informationen?

Ihr Steuerberater und / oder Ihre Buchhaltung stellen Ihnen monatlich Auswertungen zur Verfügung, die wertvolle Informationen enthalten. Schauen Sie sich diese unbedingt regelmäßig an, greifen Sie sich relevante Einzeldaten heraus und verfolgen diese in der Zeitreihe. Oftmals lassen sich so aus Abweichungen Fehlentwicklungen frühzeitig erkennen. Lassen Sie sich diese Zeitreihe automatisch erstellen und liefern, dies ist mit den modernen EDV-Systemen problemlos möglich.

Gibt es eine Deckungsbeitragsrechnung?

– Wissen Sie, wie profitabel Ihre einzelnen Produkte (produzierendes Gewerbe, Handel) oder Kunden (Dienstleister) sind?
– Benutzen Sie diese Kenntnisse für die Steuerung Ihres Unternehmens und für Kalkulationen / Angebote?

Falls nicht, denken Sie unbedingt darüber nach, eine solche Deckungsbeitragsrechnung aufzubauen und zu etablieren, das ist mit weniger Aufwand möglich, als Sie vielleicht glauben. Und es ergeben sich so manche „aha“ Erlebnisse….

Passgenaue Kennzahlen entwickeln

Finanzkennzahlen sind das eine, spezifische, individuelle, auf Ihr Unternehmen und Ihre Prozesse zugeschnittene das andere. Über die Finanzkennzahlen (wichtig!) haben wir schon gesprochen, aber wie sieht es mit den auf Ihre Firma zugeschnittenen Kenngrößen aus? Diese sind so vielfältig wie die gesamte mittelständische Unternehmenslandschaft, es gibt also kein Patentrezept.

Woran messen Sie Ihren Erfolg?

Betrachten Sie als ersten Schritt Ihre Schlüsselprozesse und überlegen Sie dann, wie hier eine zielgerichtete Betrachtung auf Basis von Kenngrößen aussehen könnte. Hier hier einige Beispiele für mögliche Kennzahlen:
– Produktion: Durchlaufzeit, Ausschussquote, Maschinenauslastung
– Vertrieb: Kundenbesuche, gewährte Rabatte
– Personal: Krankheitsquote, Fluktuation, Umsatz pro Mitarbeiter
– Kunden / Produkte: Garantiefälle, Reklamationen
– Dienstleistung: abgerechnete Stunden / geleistete Stunden
Dies sind nur einige Beispiele, um Denkanstöße für Sie und Ihr Unternehmen zu geben. Generell gilt jedoch: Kennzahlen sind kein Selbstzweck, im Vordergrund steht immer die Überlegung, welche Kennzahlen Sie wirklich benötigen, um ein rundes Bild Ihres gesamten Unternehmens zu gewinnen. Und immer Vor- / Umsicht bei der Interpretation!

Externe Impulse

Ein externer Blick auf die genannten Aspekte wird auf alle Fälle hilfreich sein. Sprechen Sie also mit Ihrem Steuerberater, Ihrem Beirat oder sonstigen Personen Ihres Vertrauens! Selbstverständlich sind auch Ihr TAB-Moderator und die Kollegen Ihres TAB-Boards ideale Sparringspartner, die Ihnen helfen, einen etwas anderen Blick auf Ihr Unternehmen zu entwickeln.

Autor: Thomas Steinel, TAB Moderator Rhein-Neckar

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Ein Unternehmer sollte nicht Sklave seiner Firma sein – Teil 2

Stress, Burn-out und am Ende noch nicht einmal ein Nachfolger oder ein Käufer in Sicht? Dafür haben Sie Ihre Firma sicher nicht gegründet oder übernommen! Doch wie können Sie das ändern? Erfinden Sie sich als Unternehmer neu und ändern Sie Ihre Aufgaben. Auf fünf Themen kommt es dabei an.

2017_06_21_MSchotters_Unternehmeraufgaben I&IIIch habe in vielen Gesprächen mit Unternehmern festgestellt, dass diese im Grunde Sklave Ihres eigenen Unternehmens sind. Sie handeln oft wenig nach eigenem Willen und sind stattdessen Zwängen ausgesetzt, die durch das Tagesgeschäft oder durch Erwartungshaltungen Dritter oktroyiert werden. Zugleich kommen sie nicht so richtig vom Fleck und stellen sich dann irgendwann die Frage: Warum mache ich das eigentlich? Ich gebe zu, dass ich diese Erfahrung als Unternehmer auch selber gemacht habe. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Im ersten Teil habe ich das Selbstverständnis diskutiert und die ersten drei Aufgabenbereiche, nämlich die Beantwortung der zentralen Fragen WARUM, WIE und WOMIT beschrieben.

Aufgabe 4: Verändern, um beweglich zu bleiben

Immer wieder überprüfe ich, ob Technologie und Maschinen meines Unternehmens wirtschaftlich sind, ob dessen Produkte noch Nutzen stiften, ob Kunden und Lieferanten noch die richtigen sind, ob die richtigen Mitarbeiter an Bord sind und ob Führungsstrukturen und Prozesse noch angemessen sind. Wenn das an der einen oder anderen Stelle nicht mehr der Fall ist, trenne ich mich schnell und entschlossen vom Unpassenden oder sorge ich für Austausch und Änderung. Ich weiß, das klingt ein wenig hart – insbesondere, wenn es um die Frage geht, ob ich noch die richtigen Mitarbeiter an Bord habe. Aber auch diese Aufgabe gehört dazu. Und sie ist sehr wichtig, da sie das Unternehmen schlank und beweglich hält.

Aufgabe 5: Eigene Weiterentwicklung ist Zukunftssicherung

Eine überaus erfolgskritische und in ihrer Bedeutung für das Unternehmen oft unterschätzte Aufgabe des Unternehmers ist seine persönliche Weiterentwicklung. Unternehmer sein – das ist nichts anderes als ein spezieller Beruf. Und wie in allen anderen Berufen auch, beherrsche ich neue Herausforderungen, wenn ich meine Persönlichkeit entwickle und mich weiterbilde. Mit anderen Worten: Werde ich immer besser in der Erledigung meiner Unternehmeraufgaben, bin ich auch in der Lage, die Entwicklung meines Unternehmens zu fördern. Und das ist entscheidend, wenn ich es auf seinem Weg beherrschen und letztlich vor seinem Untergang bewahren will. (Aus meiner fernen Perspektive habe ich den Eindruck, dass das möglicherweise auch ein Grund war, warum zum Beispiel Schlecker gescheitert ist.)

Mein Unternehmen läuft auch ohne mich

Wenn Sie das alles einmal Revue passieren lassen, werden Sie feststellen: Bei all diesen Tätigkeiten arbeite ich gar nicht IM Unternehmen, sondern ausschließlich AN meinem Unternehmen. Im Grunde bin ich weitgehend außen vor. Ich sehe zu, dass der Zweck meines Unternehmens klar und überzeugend ist, dass “der Laden” läuft (der Nutzen für Kunden geschaffen wird) und dass notwendige Änderungen stattfinden. Ich bin es also gar nicht mehr selber, der in die Schaffung des Nutzens für Kunden einbezogen ist. Das machen alles meine Mitarbeiter. Mein Unternehmen läuft eine Zeit lang auch ohne mich – ein beruhigendes Gefühl, finden Sie nicht?

Ich kann mein Unternehmen jederzeit verkaufen

Damit ist ihr Unternehmen zugleich – quasi als Nebeneffekt – perfekt vorbereitet für einen Verkauf oder für eine Übergabe an Ihren Nachfolger. Dieser wird es Ihnen außerdem auch gerne abkaufen, denn im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen ist Ihres unabhängig von Ihnen und es ist optimiert auf Nutzenstiftung. Letzteres ist die beste Absicherung der Investition und der Rendite-Erwartungen Ihres Nachfolgers.

Der Wert meiner unternehmerischen Arbeit

Diese Unternehmeraufgaben sind nicht nur spannend, sondern auch ungeheuer wertstiftend. Und je größer Ihr Unternehmen wird, desto größer ist der Multiplikator Ihres unternehmerischen Tuns. Habe ich in Ihnen das Feuer entfacht, gleich heute damit zu beginnen, Ihre aktuellen Aktivitäten auf den Prüfstand zu stellen? Haben Sie den Willen, konsequent daran zu arbeiten, dass Sie künftig nur noch Unternehmer-Aufgaben wahrnehmen?

Übrigens: Genau daran arbeiten wir permanent in unseren Unternehmerboards. Wir unterstützen uns gegenseitig, mehr Zeit für unternehmerische Aufgaben zu gewinnen. Auf dem Weg dahin verbessern wir die Qualität unserer Entscheidungen in dem wir sie auf das kollektive Wissen des Boards stützen. Und da wir auch nur Menschen sind, gehört es auch dazu uns gegenseitig zu ermutigen, Gewohntes loszulassen und neue Wege zu gehen.

Autor: Dr. Markus Schotters, TAB Dresden

Wenn sich Unternehmer in vertraulicher Think-Tank Atmosphäre regelmäßig in den TAB Unternehmerboards in Dresden treffen, ist Dr. Markus Schotters ihr Moderator und geschätzter Ratgeber. Nicht nur, wenn es um die eigene Rolle als Unternehmer geht. 

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Die 4 Gründe, warum Mitarbeiter nicht das machen, was sie sollen

Vorsicht: Wenn Sie jetzt weiterlesen, werden Sie keine Gründe mehr haben, nicht aktiv zu werden, wenn Mitarbeiter nicht tun, was Sie von ihnen erwarten.

2017_07_05_Hecht_4 Gründe MitarbeiterWas bisher geschah…

Ihre Mitarbeiter tun gelegentlich nicht das, was sie tun sollen. Nicht das, was Sie von Ihnen erwarten. Nicht das, was jeder vernünftige Chef von ihnen verlangen würde. Aber wissen Sie weshalb? Haben Sie schon einmal gefragt, wieso?

Nach meiner Erfahrung gibt es dafür exakt 4 Gründe!

Also fangen Sie an, die Gründe zu hinterfragen. Und wenn Sie die Antworten kennen, können Sie endlich handeln.

Ganz wichtig ist die Reihenfolge Ihrer Fragen: Klären Sie erst Grund 1, dann Grund 2, dann Grund 3 und erst danach Grund 4. Sie werden merken: Es ist ganz einfach!

Grund 1: Er darf nicht

Das, was Sie von Ihrem Mitarbeiter verlangen, ist gar nicht dessen Aufgabe.

– Ist es das wirklich nicht, dann sollten Sie sich an einen anderen Mitarbeiter wenden.
– Sind Sie der Meinung, es wäre seine Aufgabe, nur der Mitarbeiter weiß das nicht, sollten Sie es zügig an alle Beteiligten kommunizieren – und am besten in seiner Stellenbeschreibung festhalten.
– Ist es die Aufgabe des Mitarbeiters, aber erledigt wird es ständig durch jemand anderen? Hier sollten Sie dafür sorgen, dass derjenige sich nicht in fremde Aufgabengebiete einmischt. Erst recht, wenn Sie es selbst sind!

Grund 2: Er weiß es nicht

Der Mitarbeiter weiß gar nicht, dass etwas schief läuft.

Hier ist ein freundliches Gespräch angesagt, nach dem Schema:

1. Folgendes ist geschehen… (gefolgt von einer neutralen Beschreibung)
2. Das ist nicht zufriedenstellend, weil…
3. Ihr Wunsch, was in Zukunft geschehen soll.

Das ist tatsächlich auch schon alles. Mehr braucht es an dieser Stelle nicht.

Grund 3: Er kann nicht

Wenn es in den Aufgabenbereich des Mitarbeiters fällt (Grund 1) und ihm auch bewusst ist, dass etwas schief läuft (Grund 2), kann es sein, dass der Mitarbeiter nicht dazu in der Lage ist, zu tun, was Sie von Ihm verlangen.
Das kann verschiedene Gründe haben:
– Fehlende Ressourcen (Zeit, Budget, Manpower)
– Fehlende Information
– Fehlende Ausbildung
– Fehlende Eignung

Ihre Aufgabe bei Grund 3 ist es, Hilfestellung zu geben. Zeigen Sie, was Ihnen als Chef möglich ist.

Aber Vorsicht: Sie sollten nicht sein Problem lösen! Ihre Aufgabe ist es, Ihren Mitarbeiter zu unterstützen und ihm alle Hilfe zur Verfügung zu stellen, die Ihnen möglich ist. Das ist das Edelste und Nachhaltigste, was Sie als Chef tun können.

Ein guter Mitarbeiter wird das sehr zu schätzen wissen.

Grund 4: Er will nicht

Seien Sie sicher, dass Sie bis hierher die Gründe 1-3 hinreichend geklärt haben.

Wenn keiner der ersten drei Gründe mehr zutrifft, ist nachgewiesen, dass Ihr Mitarbeiter das, was Sie von ihm wollen, einfach nicht tun möchte. Dann müssen Sie sich überlegen, wie Sie damit umgehen.

Aber eines steht außer Frage: Sie dürfen es nicht akzeptieren und unverändert belassen. Sonst werden Sie in Zukunft von keinem Ihrer Mitarbeiter mehr ernst genommen.

Die am häufigsten gewählte Lösung bei Grund 4 ist, sich nach den entsprechenden Gesprächen (und Abmahnungen) von diesem Mitarbeiter zu trennen.

Autor: Markus Hecht, TAB Augsburg

Als Berater und Initiator des Bereiches „Zukunftsfähige Organisationen“ am ZWW der Universität Augsburg ist Markus Hecht durch seine langjährige internationale Führungserfahrung für die Mitglieder seiner TAB- Unternehmerboards in Augsburg ein geschätzter Gesprächspartner – nicht nur in Führungsfragen.

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Wie KMU Outplacement gezielt einsetzen können

Ein langjährig angestellter Mitarbeiter, der viele Jahre gut gearbeitet hat ist plötzlich im Unternehmen nicht mehr sinnvoll einsetzbar. Oft werden solche Mitarbeiter lange Zeit von einer Stelle auf eine andere versetzt. Aber weder Mitarbeiter noch Vorgesetzte sind damit glücklich. Irgendwann kommt der Punkt, an dem endlich klare Verhältnisse geschaffen werden müssen.

2017_06_28_ESaager_OutplacementOutplacement: Verantwortung wahrnehmen

Outplacement ist in diesen Fällen eine gute Möglichkeit, als verantwortungsvolles Unternehmen zu agieren und den Mitarbeiter zu bewegen, sich auf die Suche zu machen. Gleichzeitig ist es ein Weg, zu einer einvernehmlichen Trennung zu kommen.

Outplacement bezeichnet eine vom Unternehmen finanzierte Dienstleistung für ausscheidende Mitarbeiter, die als professionelle Hilfe zur beruflichen Neuorientierung bis hin zum Abschluss eines neuen Vertrages oder einer Existenzgründung angeboten wird. (Quelle Wikipedia)

Faktor Unsicherheit

Mitarbeiter, die lange Zeit in ein und demselben Unternehmen gearbeitet haben, sind oft unsicher, wie sie sich am Arbeitsmarkt bewerben sollen. Das beginnt damit, dass sie nicht wissen, was genau sie eigentlich in der Zukunft machen wollen. Gleichzeitig hat sich die Form einer Bewerbung im Laufe der Jahre stark verändert. Auch das löst Unsicherheit aus. Und letztendlich ist es oft die Angst, allein gelassen zu werden – in einem neuen unsicheren Umfeld. Deshalb „kleben“ viele Mitarbeiter jahrelang an ihrem Stuhl.

Outplacementberater einsetzen

Hier kann ein guter Outplacementberater helfen. Sie können bereits im Vorfeld solch einen Outplacementberater mit dem oder den betroffenen Mitarbeitern in Kontakt bringen. So können Sie sich als Unternehmer wie auch der/die Mitarbeiter ein Bild machen.

Was macht einen guten Outplacementberater aus?

Gutes Outplacement setzt immer eine ganzheitliche Betrachtung voraus. Dies meint im einzelnen:

  • Den ganzen Menschen sehen – mit seinen Emotionen, dem sozialen und familiären Umfeld, der finanziellen Situation und Erfahrungen mit Veränderungen. Dazu gehört auch die Wertestruktur des Mitarbeiters.
  • Welche Wünsche für die Zukunft und welche Ziele werden geäußert? Hier sieht man sich genau an, welche Qualifikationen und Potentiale gibt es, wo liegen die Stärken und Schwächen und wie ist die Bilanz aus Leistung und Erfolg. Dabei sind das Selbstbild und Fremdbild wie auch Motivation wichtige Faktoren.

Gemeinsam Ziele erarbeiten

Wenn all diese Informationen vorliegen, geht es um die Zielsetzung. Mögliche Berufsfelder werden definiert, bewertet und ausgewählt. Abhängig davon, ob der Mitarbeiter weiterhin angestellt werden oder selbstständig werden möchte, nimmt der Outplacementberater zusammen mit dem Mitarbeiter eine Auswahl potentieller Unternehmen vor.

Bewerbungsstrategie erarbeiten

Erst jetzt wird eine Strategie für die Bewerbung angegangen, damit der Bewerber fokussiert und fit ist für den Bewerbungsprozess.

– Wissen über Bewerbungskanäle,
– Offener und verdeckter Stellenmarkt und
– Klassisches Bewerbungstraining.

Begleitung im neuen Job

Idealerweise wird der Mitarbeiter für die ersten Monate im neuen Job gecoacht, damit das Eingewöhnen an den neuen Arbeitsplatz und damit der neuen Firmenkultur leichter und reibungsloser wird. Denn es ist nichts unglücklicher, als nach vielen Jahren endlich den Schritt an den Arbeitsmarkt gegangen zu sein, um dann wegen fehlender Anpassungsfähigkeit die Probezeit nicht zu überstehen.

Ihr Einsatz zahlt sich aus

Finden Sie als Unternehmer solch eine Lösung und setzen diese erfolgreich um, dann haben Sie nicht nur einen langjährigen Mitarbeiter glücklich gemacht, sondern auch anderen gezeigt, dass Sie Ihre Verantwortung als guter Arbeitgeber annehmen und umsetzen.

Autorin: Elke Saager, TAB Berlin-Süd und Teltow-Fläming

Wenn sich klein- und mittelständische Unternehmer im Süden Berlins regelmäßig in ihren TAB Unternehmerboards miteinander austauschen, stehen oft Personalthemen an oberster Stelle.
Elke Saager moderiert und begleitet diese Prozesse.

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Ein Unternehmer sollte nicht Sklave seiner Firma sein – Teil I

Stress, Burn-out und am Ende noch nicht einmal ein Nachfolger oder ein Käufer in Sicht? Dafür haben Sie Ihre Firma sicher nicht gegründet oder übernommen! Doch wie können Sie das ändern? Erfinden Sie sich als Unternehmer neu und ändern Sie Ihre Aufgaben.
Dabei kommt es auf fünf Themen an – Teil I.

2017_06_21_MSchotters_Unternehmeraufgaben I&IIIch habe in vielen Gesprächen mit Unternehmern festgestellt, dass diese im Grunde Sklave Ihres eigenen Unternehmens sind. Sie handeln oft wenig nach eigenem Willen und sind stattdessen Zwängen ausgesetzt, die durch das Tagesgeschäft oder durch Erwartungshaltungen Dritter oktroyiert werden. Zugleich kommen sie nicht so richtig vom Fleck und stellen sich dann irgendwann die Frage:

Warum mache ich das eigentlich?

Ich gebe zu, dass ich diese Erfahrung als Unternehmer auch selber gemacht habe. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Es gibt aber auch Unternehmer, bei denen sich das anders verhält. Sie haben ein erfolgreiches Unternehmen, verdienen sehr viel Geld und schaffen es sogar, mehr Zeit für private Dinge zu haben als für die Firma aufzuwenden. Was machen diese Unternehmer anders?

Selbstverständnis als Unternehmer

Will ich Selbständiger oder will ich Unternehmer sein? Gut: Unternehmer, also jemand der mit Hilfe von Mitarbeitern Produkte und Leistungen anbieten will, die Kunden einen Nutzen stiften. Was sind dann aber meine Aufgaben, um die ich mich als Unternehmer kümmern sollte? Gehören dazu Tätigkeiten als Fachexperte oder Sachbearbeiter?

Sie ahnen an der Fragestellung, dass meine Antwort natürlich lautet: Nein – für die Sachbearbeitung habe ich Mitarbeiter. OK – in der Frühphase oder in einem Kleinst-Unternehmen mit ein, zwei Mitarbeitern geht das (noch) nicht. Aber wenn ich als Unternehmer das Ziel habe zu wachsen, sollten diese Tätigkeiten möglichst bald an gute Mitarbeiter abgegeben werden, um nicht Sklave meines Unternehmens zu werden.

Und was sind nun meine Aufgaben, denen ich mich als Unternehmer primär widmen sollte, wenn ich frei sein möchte?

Aufgabe 1: Die WARUM-Frage beantworten, prüfen, beantworten, …

Die erste Aufgabe besteht darin, die WARUM-Frage zu beantworten. DAS ist die essentielle Unternehmerfrage. Warum hat mein Unternehmen eine Existenzberechtigung? Welchen Nutzen soll es für welche Kunden stiften? Für welche Werte steht mein Unternehmen – heute, morgen, übermorgen? Und meine Aufgabe ist es, diese Frage in regelmäßigen Abständen und weit vorausschauend immer wieder zu beantworten. Die Frage muss ich als Unternehmer auch alleine beantworten, da meine Mitarbeiter, meine Kunden und ggf. auch meine Kapitalgeber hier meine Führung erwarten. Dafür muss ich mir Zeit nehmen, denn es gilt, eine Vielzahl von Informationen zusammenzuführen und zu interpretieren. Und ich brauche Zeit, mein Idealbild meines Unternehmens zu kommunizieren, um hiermit meine Mitarbeiter und Kunden für mein Unternehmen zu begeistern.

Aufgabe 2: Die WIE-Frage beantworten, prüfen, beantworten, …

„Tolle Idee Chef und wie willst Du dahin kommen?“ Eine berechtigte Frage, nämlich die nach dem Plan. Damit machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, welche Erwartungen Sie haben und wie sie erfüllt werden können. Sie legen Ziele fest und eine Strategie, für welche Marschroute Sie sich grundsätzlich entschieden haben, das heißt, wie Sie mit minimalem Einsatz an Zeit und Ressourcen ans Ziel kommen wollen. Und auch das benötigt Zeit: gute Ziele definieren und eine clevere Strategie entwickeln, wie Ihr Unternehmen sich im Wettbewerb behaupten kann. Das motiviert sie selbst und die Mannschaft und bildet zusammen mit dem Leitbild das Steuer, das Ihnen die Navigation des Schiffes erheblich leichter macht, denn Ihre Idee und Strategie haben ja alle verstanden und können entsprechend selbständiger agieren.

Aufgabe 3: Die WOMIT-Frage beantworten

Als weitblickender Unternehmer kümmere ich mich nun um die Beschaffung von Mitarbeitern und Geld. Wie bekomme ich genau die Mitarbeiter, die ich nicht nur fachlich benötige, sondern die auch die Werte und das Leitbild meines Unternehmens begeistert teilen und diese Begeisterung auch meine Kunden erfahren lassen? Zugleich lege ich die Organisation fest, damit wenig Reibung entsteht. Geld beschaffe ich von Dritten als Starthilfe neuer Vorhaben. Und für die ständige Zufuhr liquider Mittel achte ich darauf, dass meine Kunden begeistert sind von meinen Produkten. Dann geben Sie mir auch das Geld, das ich für das weitere Wachstum meines Unternehmens benötige.

Um was bei den Aufgaben 4 und 5 geht, lesen Sie im 2. Teil, der am 12.07.2017 erscheint.

Autor: Dr. Markus Schotters, TAB Dresden

Wenn sich Unternehmer in vertraulicher Think-Tank Atmosphäre regelmäßig in den TAB Unternehmerboards in Dresden treffen, ist Dr. Markus Schotters ihr Moderator und geschätzter Ratgeber. Nicht nur, wenn es um die eigene Rolle als Unternehmer geht. 

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Meine 5 Tipps zum Umgang mit Bewerbern

Wenn Sie eine vernünftige Zahl von passenden Bewerbungen erhalten, haben Sie schon einen guten ersten Eindruck gemacht. Den gilt es nun zu verstärken und in einem effizienten, wertschätzenden Vorgang die passenden Kandidaten* zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Meine wichtigsten Tipps für diesen Schritt zum neuen Mitarbeiter:

2017_14_06_RMathiesen_Tipps Umgang BewerberTipp 1: Die Eingangsbestätigung – Zeitplan vorhalten

Ihr Bewerber ist Ihr Kunde – wenn ein Kunde etwas bei Ihnen bestellt, reagieren Sie entsprechend z.B. mit Angebot oder Auftragsbestätigung. Senden Sie deshalb allen Bewerbern direkt am Tag nach Bewerbungseingang eine persönlich formulierte Eingangsbestätigung per E-Mail. Natürlich wird jemand mit einem konkreten Suchwunsch mehrere Bewerbungen aktiv haben.

Sie setzen sich deshalb wohltuend von Ihren Mitbewerbern um diesen Kandidaten ab, indem Sie in der Eingangsbestätigung folgende Punkte aufnehmen:
– Ansprechpartner mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer benennen.
– Informationen zum weiteren Ablauf des Bewerbungsverfahrens geben, idealerweise schon mit Angabe von Tagen, an denen Gespräche mit Bewerbern vorgesehen sind.
– Aktuelle, interessante Informationen zum Unternehmen senden.
– Den Zeitpunkt nennen, bis wann Sie sich verlässlich melden werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass Sie sich schon einmal einen groben Zeitplan erstellen, wie der Ablauf sein könnte, auch damit die möglichen Termine mit Bewerbern nicht mit Ihrem persönlichen Zeitplan kollidieren. Sie wollen Muße haben für diese Gespräche, die eine so wichtige Investition in die Zukunft Ihres Unternehmens sind.

Tipp 2: Die A/B/C Analyse – Stellenprofil abgleichen

Sie haben ja sicherlich ein Profil der Stelle beschrieben (siehe auch meinen Blog „Welchen Mitarbeiter suchen Sie wirklich?“). Vermerken Sie dazu nun, was Ihre Muss-, Soll-, und Kann-Kriterien sind, die Ihren Wunsch-Bewerber ausmachen. Machen Sie auf Basis der Unterlagen der eingehenden Bewerber eine ABC-Analyse:

A-Kandidaten passen „von der Papierform“ auf die beschriebene Stelle, alle Muss-Kriterien und einige übrige Kriterien sind erfüllt.

B-Kandidaten: hier sind Sie unsicher, ob der Kandidat passt, Muss-Kriterien sind zwar erfüllt, aber sonst haben Sie eher Zweifel auf Grund der übrigen Kriterien. Das können übrigens auch Kandidaten sein, die wie A-Kandidaten aussehen, bei denen Sie aber Sorge haben, dass deren Gehaltsvorstellungen „jenseits von Gut und Böse“ sind.

C-Kandidaten erfüllen Muss-Kriterien nicht.

Tipp 3: Telefoninterviews – mit welchen Kandidaten?

Die A-Kandidaten wollen Sie sehen, aber was ist mit B-Kandidaten? Ein persönliches Gespräch ist ja immer mit großem zeitlichen Aufwand für Sie und den Bewerber verbunden. Ein kurzes Telefonat gibt Aufschluss und bereitet das eigentliche Interview gut vor. Dieses Gespräch können Sie auch delegieren, da es ja in der Regel darum geht, Gehaltsvorstellungen, Verfügbarkeiten, fehlende Unterlagen etc. zu klären.

Tipp 4: Bestätigen Sie den Termin immer schriftlich

Senden Sie eine kurze E-Mail Bestätigung zu Zeit, Ort und Gesprächspartner und versenden Sie gerne eine Anfahrtsbeschreibung, Infos zu Parkmöglichkeiten etc.

Tipp 5: Sagen Sie wertschätzend ab

Sagen Sie C-Kandidaten und B-Kandidaten, die im Telefoninterview herausgefallen sind, innerhalb weniger Tage per E-Mail ab. Verwenden Sie dabei wertschätzende Formulierungen (immer ohne Begründung – das AGG setzt da den Rahmen). Denken Sie daran, dass frustrierte Bewerber auch in Arbeitgeberbewertungsportalen wie KUNUNU ihrem Unmut Luft machen können. Seien Sie an dieser Stelle also besonders korrekt.

Der wertschätzende und professionelle Umgang mit Bewerbern in allen Phasen der Bewerbung wird wesentlich dazu beitragen, dass Top-Bewerber sich für Sie und Ihr Unternehmen entscheiden.

*Es ist immer sowohl die weibliche und die männliche Form gemeint.

Autor: Ralf Mathiesen

Als TAB Moderator / Coach ist Ralf Mathiesen durch seine langjährige Erfahrung im Bereich Personalmanagement für die Mitglieder seiner TAB-Unternehmerboards in Berlin-City ein geschätzter Gesprächspartner – und das nicht nur in Personalfragen.