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Negatives Feedback geben, ohne zu demotivieren?

Richtig gegebenes Feedback ist für Geber und Nehmer klärend und reinigend und dient der gemeinsamen Sache. Aber nur dann, wenn es beim Empfänger keine Demotivation verursacht.

RMImage courtesy of 89studio at FreeDigitalPhotos.net

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Die Rakete ist unterwegs und wird ihr Ziel verfehlen. Nur ein Steuerimpuls kann jetzt die Mission noch retten. Steuerimpulse nennt man in der Führung „Feedback“. Zu Unrecht haben sie einen negativen Geschmack. Denn sie werden gegeben, um Gutes zu bewirken.

So funktioniert negatives Feedback ohne demotivierende Wirkung:

1) Nennen Sie Ihre Beobachtung ohne Bewertung (so wie eine Kamera oder ein Mikrofon es aufnehmen würde)

Machen Sie hier einen Fehler, indem Sie bewerten oder verurteilen, dann brauchen Sie den Rest des Gespräches gar nicht mehr führen. Also aufgepasst. Verboten sind Worte wie:
>> Immer
>> Nie
>> Zu spät
>> Zu schlecht
>> Zu langsam
>> Schlampig
>> Ohne nachzudenken
>> Usw.

Denken Sie immer daran, was eine Kamera oder ein Mikrofon aufnehmen könnte. Dann wird aus: „Sie kommen laufend zu spät.“ >>> „Sie sind in der letzten Woche am Dienstag und am Donnerstag erst nach 8 Uhr zur Arbeit gekommen.“

2) Was macht es mit Ihnen?

Sagen Sie Ihrem Gegenüber ruhig, wie Sie sich damit fühlen. Damit müssen Sie Ihre Emotionalität nicht unterdrücken. Äußern sie diese aber ohne zu verletzen.

Zum Beispiel: „Das ärgert mich.“, „Das irritiert mich.“, „Das macht mich wütend.“

3) Welches Bedürfnis (Ihres oder das Ihres Unternehmens) sehen Sie dadurch nicht erfüllt?

Zum Beispiel:
Ihnen ist Verlässlichkeit wichtig: „Mir ist wichtig, dass jeder Mitarbeiter zur vereinbarten Zeit beginnt.“
Ihnen ist Respekt wichtig: „Wir besprechen das schon zum 3. Mal und ich fühle mich nicht ernst genommen.“
Ihnen ist Sicherheit wichtig: „Aus Sicherheitsgründen ist mir wichtig, dass während der Arbeitszeiten die Mitarbeiter nicht durch die Fahrgänge laufen.“

Oder sprechen Sie das Bedürfnis einfach aus: „Mir ist Planbarkeit der Abläufe wichtig.“

4) Ihre Bitte an den Mitarbeiter

Sagen Sie klar und deutlich in einem oder zwei Sätzen, was Sie von Ihrem Gesprächspartner wollen. Eiern Sie nicht herum, sondern raus damit!

Ja, ich weiß. Dazu müssen Sie sich selbst genau darüber im Klaren sein. Und bitte beginnen Sie das Gespräch auf keinen Fall, bevor Sie das nicht sind. Denn sonst ist das Gespräch nutzlos und führt garantiert zu einer Verstimmung auf beiden Seiten.

Denn sind wir doch einmal ehrlich. Nur deshalb wollen Sie dieses Gespräch führen: Sie wollen dem Anderen etwas klar machen. Hier ist Ihre Chance. Alle vorherigen Punkte waren nur Vorbereitung, nur Warm-Up.

Jetzt kommt die Aussage:

>> „Ich möchte, dass Sie jeden Tag um 5 Minuten vor 8 Uhr im Vorraum zur Umkleidekabine einstempeln.“
>> „Bitte lassen Sie sich anleiten, um ab morgen die Stempeluhr korrekt bedienen zu können.“
>> „Ich bitte Sie, das Umkleiden innerhalb der Arbeitszeit zu tun und trotzdem spätestens um 8 Uhr an Ihrem Arbeitsplatz zu sein.“

Das war es schon. Wenn Sie gut vorbereitet sind, sind diese Gespräche sehr kurz und klar.
Und hier noch einmal alles zusammengefasst:

Nicht:

„Mensch Meier, immer sind Sie zu spät. Ist das denn so schwer? Machen Sie das zu Hause eigentlich genauso?“

Sondern:

„(1) Herr Meier, sie sind am Dienstag und heute Morgen nach 8 Uhr an Ihrem Arbeitsplatz erschienen. (2) Das ärgert mich, (3) weil es mir wichtig ist, dass nach Arbeitsbeginn Mitarbeiter nicht durch die Fahrgänge laufen. (4) Ich möchte, dass Sie in Zukunft zuverlässig und ohne Ausnahme um 10 Minuten vor 8 Uhr einstempeln um sicher vor 8 Uhr an Ihrem Arbeitsplatz zu sein.“

Übrigens:

Sollte Ihnen etwas Positives aufgefallen sein, so wird das in Bayern und Schwaben nicht erwähnt („Nix gesagt ist gelobt genug!“)
In allen anderen Regionen darf es dann heißen: „Herr Meier, (1) Sie waren die letzten 6 Monate immer pünktlich, wie wir es besprochen hatten. (2) Das freut mich, (3) weil ich merke, dass Sie unser Gespräch ernst genommen haben. (4) Vielen Dank!“

Autor: Markus Hecht, TAB Augsburg

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Buchtipp: Glück kann (auch für Unternehmer) einfach sein

Der Psychiater und Psychotherapeut Manfred Lütz, hat ein beeindruckendes Buch über Glück und Glückssucht geschrieben. Er präsentiert die gesamte Geschichte der Philosophie locker und allgemeinverständlich als eine kleine Geschichte des Glücks, im Rahmen einer Talkshow. Der TAB Moderator und -Coach Uwe Jungk aus Lübeck hat es gelesen und würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

2017-10-04_GlücksforschungWarum es sich lohnt?

Alle großen Denker der Weltgeschichte haben sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. Nach der Lektüre dieses Buches kann man sich alle weiteren Glücksbücher mit Patentrezepten sparen. Aufgrund seines Ansatzes und seiner Thesen, mit denen sich der Buchautor deutlich vom Zeitgeist absetzt, entbrannte eine lebhafte Diskussion in unserem TAB Board, die Lust auf mehr machte.
Der Autor gibt Antworten darauf, warum „Psychotherapie unglücklich macht“ oder „Hirnforscher sich nicht fortpflanzen sollten“ – wie er es formuliert.
Im Grunde ist das Buch unter anderem auch eine Antwort auf die in letzter Zeit über alles postulierten neuesten Erkenntnisse der Neurobiologen, die das Gehirn quasi vermessen haben und den Ort der Seele glauben gefunden zu haben.

Glück kann ambivalent sein

Die Frage, wie es sein kann, dass Menschen in Grenzerfahrungen und in Auseinandersetzung mit Leid, Schuld, Kampf und Tod auch Glücksgefühle haben können, treibt Manfred Lütz um.
Dieses wird von Lütz teilweise witzig, durchdacht und scharfsinnig und mit schlüssigen Argumenten und verblüffenden Geschichten erläutert. Und besonders wichtig: Glück ist immer persönlich!

Unterhaltsam und wirkungsvoll

Am Ende wundert man sich nur, warum so viele glückshungrige Menschen so lange auf so viel “Glücksschrott” hereinfallen konnten. Ein unterhaltsames Aufklärungsbuch zum Selberdenken. Ein befreiendes Buch für jeden, der mehr Spaß am Leben haben will.

Und Unternehmer können wertvolle Hinweise und Impulse bekommen, um für sich selbst besser zu erkennen und zu verstehen, worin ihr ganz eigenes persönliches greifbares Glück liegt. Das festzustellen, steigert nicht nur die eigene Zufriedenheit und Life-Balance, sondern hilft vor allem zu vermeiden, nicht wie ein Hamster im Rad einem Phantom hinterher zu rennen.

Buchtipp: Dr. Manfred Lütz: Glücksforschung: Wie man unvermeidlich glücklich wird – eine Psychologie des Gelingens, 2015: ISBN: 978-3-579-07099-5

Autor: Uwe Jungk / TAB Lübeck

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Zu wenig zu tun? Warum unterbeschäftige Mitarbeiter kontraproduktiv sind

Ein weit verbreiteter Irrtum besteht in der Annahme, dass ein hoher Auslastungsgrad automatisch zur Unzufriedenheit der Mitarbeiter führt. Im Gegenteil, gute und selbstverantwortliche Mitarbeiter suchen geradezu die Herausforderung und besitzen das motivierte Engagement zur Gestaltung ihres Aufgabenbereiches. Studien beweisen, dass Mitarbeiter zufriedener sind, wenn sie spüren, dass sie gebraucht werden.

2017_09_27_VGölz_Unterbeschäftigter Mitarbeiter

Auswirkungen organisierter Unverantwortlichkeit

In vielen Unternehmen herrscht dagegen organisierte Unverantwortlichkeit: der Vorgesetzte inszeniert seine Unersetzlichkeit und sieht seine Führungsrolle darin, die Probleme seiner Mitarbeiter zu lösen. Von eigeninitiativem Handeln und Gestaltungsspielraum weit und breit keine Spur. Viele Kollegen sind abgetaucht, haben durch jahrelange Entmündigung verlernt, Verantwortung für sich, ihre Motivation und ihre Leistung zu übernehmen. Bekommt man dann einmal eine interessante Aufgabe, nimmt der Chef seinen “Störungsauftrag” bitter ernst nach dem Motto: kein Topf in den nicht gespuckt wird..

Wie können Mitarbeiter selbstverantwortliches und unternehmerisches Handeln an den Tag legen, wenn Führung im Unternehmen von oben nach unten als Weisungs- und Problemlösungs-Hierarchie gelebt wird und sie selbst unterfordert bleiben?

Mitarbeiterpotential mobilisieren

Doch genau hier liegt der Schlüssel zu unternehmerischem Erfolg. Mobilisieren Sie das Mitarbeiterpotential als den entscheidenden Erfolgsfaktor, indem Sie attraktive Aufgaben konsequent und mit dem nötigen Handlungs- und Entscheidungsfreiraum an Ihre Mitarbeiter delegieren. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter zu eigenverantwortlicher Problemlösung auf und trauen Sie ihnen etwas zu.

Leistung = Voraussetzung für Zufriedenheit

Leistung zu zeigen und sich mit Engagement im Unternehmen einzubringen motiviert jeden Mitarbeiter. Gleichzeitig fördert es das Betriebsklima, denn eine hohe Auslastung steht der Mitarbeiterzufriedenheit nicht im Wege. Sie ist vielmehr die Voraussetzung dafür.

Loslassen zahlt sich aus

Natürlich erfordert das vom Chef den Mut loszulassen und zu delegieren. Der Vertrauensvorschuss in die Problemlösungskompetenz seiner Mitarbeiter wird jedoch sehr schnell belohnt: Zufriedene Mitarbeiter und Lösungsansätze, auf die Sie als Chef selbst nie gekommen wären, erhöhen letztendlich die Produktivität ihres Unternehmens – einhergehend mit einer ungeahnten Entwicklungskreativität.

Überlastungen sind kontraproduktiv

Aber Vorsicht! Dauerhafte Überlastungen sind zu vermeiden! Die Tendenz, gute Mitarbeiter mit Arbeit zu überschütten nach dem Motto „ Gute Pferde reiten wir zu Tode, während die anderen im Stall stehen und sich langweilen“ führt zu Stress und ungesundem Druck.

Die folgende Graphik (Quelle:Hans Selye: Stress. Bewältigung und Lebensgewinn. Piper 1988)   zeigt den Zusammenhang zwischen Produktivität, Leistungsdruck und Stress:

2017_09_27_VGölz_Unterschäftige Mitarbeiter

 

Bis zu einem gewissen Grad führt ein Zuwachs an Leistungsdruck bzw. Stress zu einem Produktivitätsanstieg, der allerdings zunehmend geringer ausfällt, bis er zur negativen Belastung und somit zur Gefahr wird.

Leistungs-Gleichgewicht ausbalancieren

Die Führungsaufgabe des Chefs ist es hier, für eine ausgeglichene Aufgabenverteilung im Unternehmen zu sorgen und unausgelastete Mitarbeiter zu entwickeln und die Leistungsträger vor dauerhafter Überlastung zu schützen!

Haben Sie also den Mut zur Übertragung von Aufgaben an Ihre Mitarbeiter und gewähren Sie Handlungs- und Entscheidungsspielraum. Wie Delegation geht, habe ich in meinem vorhergehenden Beitrag erläutert.

Machen Sie sich ganz bewusst entbehrlich, denn schon Charles de Gaulle sagte: „Friedhöfe sind voll von unentbehrlichen Menschen“…

Autor: Volker Gölz / TAB Hannover Süd

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3 Methoden, wie Ihre Besprechungen richtig ab-“gehen”

Viele von Ihnen kennen die Situation: Sie sitzen wieder mal in einer Besprechung, die gefühlt schon ewig dauert. Sie trinken den fünften Kaffee, einige Kollegen tippen auf Ihren Handys rum oder sind mit Ihren Gedanken ganz woanders. Würden Sie dies gerne ändern, dazu noch bessere Ergebnisse erzielen und gleichzeitig etwas für Ihre Gesundheit tun? Dann kommen Sie ins „Gehen“ und versuchen Sie mal eine der drei aufgeführten Methoden. 

2017_09_20 Besprechungen im Gehen _MNehmerMethode 1: Sichtbarer Fortschritt – „Besprechung im Vorübergehen“

Besorgen Sie sich ein Whiteboard oder eine Stellwand von 2 bis 5 Meter Länge. Dort bereiten Sie die wichtigen Daten und Fakten für das Thema vor. Gemeinsam „geht“ man dann Punkte für Punkt durch das Thema. Der Vorteil: alle Informationen sind für alle sichtbar, der Fortschritt der Besprechung ist schon allein dadurch erkennbar, dass man sich physisch dem Ende nähert.

Methode 2: Ideal für Brainstorming – „Gehung“ im Grünen

Suchen Sie sich einen Weg in der Nähe Ihrer Firma, idealerweise sollten dort grüne Flächen ober Bäume zu finden sein. Die Farbe Grün hat eine besondere Wirkung auf das Gehirn. Bäume verströmen Terpene, welche sich positiv auf Ihre Stimmung auswirkt. Beides wird sich im Ergebnis Ihrer „Gehung“ zeigen und neue Ideen erzeugen. Dies eignet sich aus meiner Erfahrung besonders für ein Brainstorming mit bis zu vier Personen.

Methode 3: Sinkende Fehlerquote durch „Grüne Besprechung“

Bei dieser Variante verlagern Sie Ihre Besprechung ins Grüne. Wie bei allen Meetings ist eine gute Vorbereitung Voraussetzung. Zudem planen Sie den Weg wie eine Agenda und teilen die Besprechungspunkte in Wegabschnitte ein. Durch die grüne Umgebung sinkt die Fehlerquote deutlich, das Gehen wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Teilnehmer aus und die Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns.

Nebenwirkungen: Kostenlos eine betriebliche Gesundheitsvorsorge

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen, 10.000 Schritte pro Tag zu gehen, wenn sie fit bis ins hohe Alter bleiben möchten. „Wer dies regelmäßig macht, verhindert damit nahezu jede chronische Krankheit“ so die Aussage des Dresdner Professors Peter Schwarz.

Betriebliches Gesundheitsprogramm inklusive

Mit den Besprechungen im Gehen starten Sie „nebenbei“ ein betriebliches Gesundheitsprogramm, welches weitere Vorteile für Ihr Unternehmen bringt. Die Anzahl der Fehltage wird reduziert und so sinken die Kosten. Zudem bleiben Mitarbeiter, denen ihr Arbeitgeber Möglichkeiten zur Vorsorge bietet, diesem eher treu und vor allem gesünder.

Angelehnt an das Zitat von Friedrich Nietzsche „Neue Wege entstehen, indem wir sie gehen“ kann ich Sie nur ermuntern es auszuprobieren. Steve Jobs bei Apple, Mark Zuckerberg bei Facebook und Jack Dorsey von Twitter mache es schon. Ich freue mich auf Ihre Erfahrungsberichte.

Autor: Martin Nehmer / TAB Landshut & Freising

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Unternehmenskultur – viel mehr als nur “Gedöns”

Unternehmenskultur – nur was für große Unternehmen? Nein – denn Unternehmenskultur nimmt man im Unternehmen und auch von außen wahr. Dahinter stehen viele Dimensionen, die den Unternehmenserfolg direkt beeinflussen:

>> Kann ich als Mitarbeiter spüren, dass alle auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten? Oder achtet jeder darauf, sich abzusichern, weil Fehler überall gesucht und als schlimm angesehen werden?

>> Werde ich als Kunde freundlich empfangen und zuvorkommend behandelt? Oder erklärt man mir bei einer Reklamation als Erstes, was ich alles falsch gemacht habe?

>> Werde ich als Lieferant als Partner auf Augenhöhe angesehen? Oder werde ich nach allen Regeln der Kunst geknebelt und geknechtet?

Gute Unternehmenskultur zahlt direkt auf den Umsatz ein

Diese Beispiele zeigen, dass es bei Unternehmenskultur nicht nur um Atmosphäre geht sondern um echte betriebswirtschaftliche Einflüsse. Eine gute Unternehmenskultur ist ein klarer Vorteil, der sich auch in den Umsatzzahlen widerspiegelt.

Drei Komponenten bestimmen die Unternehmenskultur

1. Geschichte/Erfahrung,
2. Lernen/ Entscheidungen,
3. Überzeugungen/Gewohnheiten

Faktor 1: Geschichte & Erfahrung

Jedes soziale System – sei es ein Wirtschaftsunternehmen oder eine soziale oder politische Organisation – macht Erfahrungen und lernt daraus. Auf Basis dieser Erfahrungen wird entschieden, wie in Zukunft gehandelt werden und was vermieden werden soll. Diese Entscheidungen sind teilweise bewusst und teilweise unbewusst.

Faktor 2: Lernen & Entscheiden

Eine Unternehmenskultur ist damit veränderlich. Denn ein Unternehmen macht ja immer wieder neue Erfahrungen, die Lernprozesse verursachen. Diese beeinflussen zukünftige Handlungen. Ist die aktuelle Handlungsweise erfolgreich, wird man sich weiter so verhalten. Sollte sie nicht als erfolgreich eingeschätzt werden und man kommt gemeinsam zu dem Ergebnis, dass eine andere Art zu Handeln besser wäre, verändern sich die Gewohnheiten entsprechend.
Was ist nun die richtige Unternehmenskultur? Da wir uns in einer sich ständig verändernden Welt leben, kann das, was heute richtig ist, in der Zukunft falsch sein. Auch ist es teilweise schwer zu entscheiden, welches Verhalten zum Erfolg beiträgt, welches neutral ist und welches schädlich.

Faktor 3: Überzeugungen & Gewohnheiten

Und dann gibt es noch Gewohnheiten, die sich verselbstständigt haben. Wenn vor längerer Zeit eine Entscheidung getroffen wurde, aber niemand im aktuellen Umfeld mehr weiß warum, kommt gerne die Erklärung „ Das haben wir immer schon so gemacht.“ So lebt eine Tradition teils lange weiter – und manchmal weiß man gar nicht mehr den Grund dafür.

Hier ein Beispiel aus der Welt der Tiere (G. Hamel und C.K Prahalad im Buch „Competing for the future“):

“Vier Affen wurden in einen neuen Käfig gebracht. In der Mitte des Käfigs stand ein Pfahl, an dessen Spitze Bananen waren. Sobald ein Affe hoch kletterte, und nach einer Banane griff, bekam er eine eiskalte Dusche aus einem versteckten Duschkopf ab. Nach ein paar Versuchen hatten die Affen gelernt, und versuchten nicht mehr an die Bananen zu gehen. Sie hatten sich entschieden und machten daraus eine Gewohnheit. Dann wurde ein Affe ausgetauscht, der natürlich sofort versuchte zu den Bananen zu klettern. Die anderen Affen hielten ihn davon ab. Nach und nach wurden alle Affen ausgetauscht. Da die Tradition jeweils von den alten Affen an die Neuen weitergegeben wurde, ging keiner der Affen mehr an die Bananen. Dann wurde der Duschkopf unbemerkt stillgelegt. Aber keiner der Affen versuchte an die Bananen zu kommen und lernte deshalb nicht, dass es nun keine kalte Dusche mehr dabei gab.”

Dieses Beispiel zeigt zwei Dinge: zum einen, wie Traditionen entstehen. Und zum anderen, dass selbst, nachdem niemand derer, die diese Tradition ursprünglich ins Leben gerufen haben, mehr da ist, am liebsten an Gewohnheiten festhalten wird.

Es ist nicht immer einfach, zu beurteilen, was sich wie entwickeln wird, ob der Markt sich dauerhaft verändert, oder ob es sich nur um kurzfristige Schwankungen handelt.

Gewohnheiten und Traditionen immer wieder hinterfragen

Auf jeden Fall ist es für Unternehmen wichtig bis überlebenswichtig, immer wieder Gewohnheiten und Traditionen kritisch zu betrachten und zu entscheiden, ob sie zeitgerecht und marktgerecht sind. Dabei geht es vor allem darum, wettbewerbsfähig zu sein. Und Wettbewerbsfähigkeit ist hier nicht nur in Bezug auf Kunden zu sehen. Auch am Arbeitsmarkt gibt es immer mehr Wettbewerb um die besten Mitarbeiter.
Wie Sie Ihre Unternehmenskultur analysieren können und wie Kultur verändert wird, lesen Sie in meinem nächsten Beitrag zum Thema Unternehmenskultur.

Autorin: Elke Saager, TAB Berlin-Süd und Teltow-Fläming

Elke Saager ist Expertin im Bereich Organisationsentwicklung und hat viel Erfahrung, wie sich unterschiedlichen Unternehmenskulturen in kleinen und großen Unternehmen auswirken können. Wenn sich klein- und mittelständische Unternehmer im Süden Berlins unter ihrer Leitung regelmäßig in ihren TAB Unternehmerboards miteinander austauschen, profitiert die ganze Runde von den Fragen und Ideen Einzelner.

Interessiert dabei zu sein? Dann nehmen Sie hier Kontakt auf!
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Wie die machtvolle Frage nach dem EXIT das Unternehmersein verändert

Exit? Verkauf meines Unternehmens? Da habe ich noch Zeit!
Warum es nie zu früh ist, diese Frage zu beantworten und wie Sie in 9 Schritten ihr Unternehmersein grundsätzlich verändern

Unternehmerisches Denken_300dpiIn 95% der Gespräche mit Unternehmern erhalte ich auf die Frage nach ihrer Strategie für die Übergabe bzw. den Verkauf des Unternehmens Antworten der folgenden Kategorien:

>> Das ist noch zu früh (die Unternehmer sind im Alter von 35 – 58 Jahren)
>> Ja ich weiß – aber ich habe keine Idee.
>> Es wird eh schwer, mein Unternehmen zu verkaufen, denn niemand will heute mehr Verantwortung übernehmen

Insbesondere zur ersten Aussage möchte ich im Folgenden ein denkwürdiges Gespräch mit einem meiner TAB Mitglieder wiedergeben:

Ein tatsächliches Gespräch mit einem Unternehmer

In einer meiner letzten Besprechungen mit einem Unternehmer ging es um die Erarbeitung einer persönlichen Vision. Als ich ihn fragte, wie er sich den Verkauf seines Unternehmens vorstelle, antwortete er (35 Jahre alt): „Ach – da mach ich mir keine Gedanken“. „Und warum nicht?“ „Ist doch viel zu früh“. Und zur Perspektive gefragt, wie lange er arbeiten wolle, antwortete er „Na – bis zum Ende halt“ und meinte das typische Renteneintrittsalter eines Angestellten. Es entwickelte sich ein Gespräch, das mit folgenden Erkenntnissen für den Unternehmer endete:

1. „Verkaufsfähigkeit so früh wie möglich

Ich möchte mein Unternehmen in 5 Jahren verkaufsfähig haben: Verkaufen muss ich es ja dann nicht – aber ich könnte es jederzeit. Das gibt mir sehr viel mehr Freiheit und ich kann Chancen realisieren, wenn sie sich mir bieten – zum Beispiel, wenn wir uns in einer günstigen konjunkturellen Phase befinden.

2. Unabhängigkeit von mir als Unternehmer

Um mein Unternehmen verkaufsfähig zu gestalten, ist eine ganz wichtige Voraussetzung die, dass es unabhängig von mir ist. Ich möchte erreichen, dass ich auch einmal vier Wochen nicht im Hause sein muss und es läuft trotzdem alles bestens. Als Nebeneffekt: ich kann mich viel mehr um die Unternehmeraufgaben kümmern und gewinne eine Menge Zeit für die anderen schönen Dinge im Leben.

3. Wertsteigerung mit jeder Entscheidung

Im Moment geht das noch nicht, da wir mit vier Mitarbeitern noch ein wenig zu klein sind. Daher will ich wachsen. Das will ich auch aus einem anderen Grund: Ich will den Wert meines Unternehmens steigern. Und mir ist jetzt auch klar geworden, dass ich da sehr viele Möglichkeiten habe, den Wert gezielt und planvoll zu beeinflussen.

Schotters_Exit 1Mir ist auch klar, dass „mehr Größe“ nicht zwangsläufig „mehr Arbeit“ bedeutet – es ist vor allem andere Arbeit. Und: Ich beeinflusse den Wert mit jeder Entscheidung, die ich treffe. Ich kann entscheiden, mich voll dem Tagesgeschäft zu widmen. Oder ich kann sagen: Nein – ich nehme mir vier Stunden Zeit pro Woche, um mir zu überlegen, wie ich die Weichen stellen kann, um ein wertvolleres Unternehmen zu entwickeln.

4. Mein Kunde ist der Käufer meines Unternehmens

Und was ich mir auch nie so vor Augen geführt habe: Die Kunden meines Unternehmens sind diejenigen, die Geld für die Leistung meines Unternehmens geben. Meine Kunden als Unternehmer sind diejenigen, die mein Unternehmen einmal kaufen werden. Und wann werden meine Kunden sehr gerne mein Unternehmen kaufen? Na klar – genau so, wie ich es tun würde:

Das Unternehmen müsste dann zum Beispiel …

… unabhängig von der Person des Unternehmers sein,
… hohe positive Geld-Überschüsse aus dem operativen Geschäft erzielen – idealerweise auf wiederkehrenden Einnahmen basierend (also nicht monatlich neu zu akquirieren)
… attraktive Vermögensgegenstände inkl. Schutzrechte auf Wissen besitzen
… einen angemessenen Verschuldungsgrad aufweisen
… die Wertschöpfung meines Unternehmens wettbewerbs-stärkend ergänzen
… mir neue Vertriebskanäle öffnen

Wenn das alles passt, dann findet sich auch ein Käufer. Auf jeden Fall ist die Wahrscheinlichkeit dafür sehr viel höher, als wenn ich diese Dinge alle nicht beachte.

5. Es gibt viele Käufer

Warum ich bisher nur daran gedacht habe, das Unternehmen an meinen Meister zu verkaufen, weiß ich auch nicht. Es gibt viel mehr Möglichkeiten, als ich bisher geglaubt habe: 

Schotters-Exit2Wenn ich mir jetzt schon überlege, welche Merkmale meines Unternehmens für einen Wettbewerber zum Beispiel interessant sein könnten oder für einen Partner in der Wertschöpfungskette, der meinen Leistungen vor- oder nachgelagert ist, dann kann ich jetzt schon damit beginnen, diese Merkmale so zu gestalten, dass das für den potentiellen Käufer interessant ist.

6. Einen Unternehmenswert als Ziel formulieren

Wenn ich von 10 Mio.€ als Verkaufspreis für mein Unternehmen ausgehe, mache ich mir einfach andere Gedanken, als wenn ich 1 Mio.€ als einen Wert ansetze, den ich erzielen möchte. Kaum zu glauben, dass ich bisher der Meinung war: „mal schauen, was an Verkaufspreis machbar ist“. Mit dieser Haltung würde ich mir einfach keinerlei Gedanken machen, wie ich wertsteigernd handeln kann und ich hätte mich wahrscheinlich „bis zum Ende“ vom Tagesgeschäft treiben lassen.

7. Die Zeit arbeitet für denjenigen, der ein Ziel hat

Und dabei darf ich die Zeit nicht unterschätzen: in 10 bis 15 Jahren kann ich viel mehr erreichen als ich jetzt glaube. Wichtig ist nur, jetzt schon damit zu beginnen, mein Ziel 10 Mio. hartnäckig zu verfolgen. Das ist einfach deshalb so, weil der Wertzuwachs vor allem im letzten Drittel dieser Zeit kommen wird – wenn ich alle Voraussetzungen Schritt für Schritt geschaffen habe und dann die Wirkung so richtig einsetzt.

8. Und was mache ich nach einem Verkauf?

Das schöne ist, dass ich ja nach dem Verkauf meines Unternehmens immer noch mitarbeiten kann. Das ist auch oft für den Käufer interessant, wenn er sich sicher sein kann, dass der Gründer noch eine Weile mit seinem Wissen und seiner Erfahrung zur Verfügung steht. Ich könnte dann die Dinge machen, mit denen ich meinem Unternehmen, das ja dann das des neuen Besitzers ist, die meisten Impulse geben kann. In meinem Fall ist es die Entwicklung und das Finden von optimalen Lösungen für unsere Kunden. Oder ich mache einfach etwas ganz anderes – gründe zum Beispiel ein neues Unternehmen. Wer weiß, welche Ideen ich als Unternehmer in den nächsten Jahren noch haben werde!

9. Mit strategischer Planung zum Ziel

Jetzt fügt sich für mich alles zusammen: All meine Überlegungen zum Verkauf meines wertvollen Unternehmens haben einen gewaltigen Einfluss auf die strategische Planung. So etwas habe ich bisher noch nie gemacht – erkenne jetzt aber den Vorteil: Ich formuliere etwas leichter und genauer die Vision meines Unternehmens, definiere treffsicherer die strategischen Faktoren meines langfristigen Erfolgs und leite daraus Ziele, Strategien und Aktionspläne ab, die alle wertsteigernd sind – genial!

Ich denke genau so viel wie vorher – nur anders, ich arbeite künftig nicht mehr – nur anders und ich treffe genau so wie bisher meine Entscheidungen – nur halt andere, nämlich mehr auf die Entwicklung von Werten ausgerichtet.“

Genau daran arbeiten wir permanent in unseren Unternehmerboards. Wir unterstützen uns gegenseitig, mehr Zeit für unternehmerische Aufgaben zu gewinnen. Auf dem Weg dahin verbessern wir die Qualität unserer Entscheidungen in dem wir sie auf das kollektive Wissen des Boards stützen. Und da wir auch nur Menschen sind, gehört es auch dazu uns gegenseitig zu ermutigen, Gewohntes loszulassen und neue Wege zu gehen.

Autor: Dr. Markus Schotters / TAB Dresden

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Führung ist (auch) eine Frage der Haltung – Rolle & Person Teil II

Wenn man im Aufbau seines Unternehmens oder in der Karriere vorangekommen ist, stellen nicht wenige fest, dass „Mitarbeiterführung“ in der Praxis nicht so einfach ist.

2017_08_30_CCooper_Führung Haltung_1Theorie und Praxis

Wie andere, habe ich diverse Programme („Führung für Manager“), Seminare und Impulsvorträge zum Thema besucht. Ich hatte Glück bei der Auswahl: sie haben alle etwas gebracht, wenn auch nicht in allen Aspekten. Mit diesem Wissen ausgestattet: wirklich „gelernt“ habe ich erst im Führungsalltag!

Oft Unsicherheiten im Führungsalltag

Heute, in Gesprächen mit Unternehmern und Führungskräften stelle ich gerade in Situationen, in denen Führung im Sinne von „Orientierung“, „Kritik“ oder „Entscheidung“ gefragt ist, immer wieder Unsicherheit fest. Dies insbesondere dann, wenn die Entscheidung z.B. Belange des Mitarbeiters berührt, also Veränderungen mit sich bringt: z.B. jemanden subjektiv „schlechter“ stellt. Oder vermeintliche Privilegien kürzt etc.

Drei Aspekte von Führung in der Praxis

Aus meiner Sicht sind im praktischen Führungsgeschäft drei Aspekte von Bedeutung:

1. Die eigene Persönlichkeitsstruktur und damit eigene Verhaltenspräferenzen
2.  Die Haltung (Einstellung) zur Führung, insbesondere der Wille zur Führung, tunlichst im Bewusstsein der persönlichen Grenzen und
3. Die Definition der eigenen Rolle, um so die Führungs-Haltung zu stützen.

Persönlichkeitsstruktur

Sofern vorhanden, gibt die DISG-Analyse, mit dem TAB arbeitet, erste Hinweise auf die persönlichen Präferenzen, nach denen geführt wird. Sind Sie „ein Roter“, d.h. eher dominant, wird Ihnen der anweisende Stil leichter fallen als der strikt partizipative (gelb). Die anderen Dimensionen (grün – stetig: „bitte keine Veränderung!“ / blau – gewissenhaft: „Kontrolle ist besser!“) geben Hinweise, z.B. wie viele Freiheitsgrade die Führungskraft dem Mitarbeiter lässt bzw. aufgrund ihrer eigenen Persönlichkeit: lassen kann.

Haltung

Nicht jeder entpuppt sich als geborene Führungskraft. Eine Führungsposition wird angestrebt. Um dann festzustellen, dass die Verantwortung, die damit einhergeht, eher belastet. Dann kann der Wille zur Führung schon mal abhandenkommen. Oder die Persönlichkeitsstruktur ist eher defensiv und absichernd als proaktiv und mutig-entschlossen. Wie dem auch sei: ich bin der Auffassung, dass Führung ohne Führungswille, Risikobereitschaft und Sicherheit in der Führungskommunikation nicht lange funktionieren kann. Menschen spüren, wenn hier etwas fehlt, spüren die Unsicherheit in der Haltung.

Die eigene Rolle klar definieren

Zurück zum DISG-Profil: weder rot noch gelb sind „richtig oder falsch“, weil sie nicht automatisch zu einem Ausgleich der Bedürfnisse bei den Beteiligten führen: dem Bedürfnis nach Rollenklarheit. Diese Bedürfnisse spielen sich in der Führungssituation überwiegend in den Dimensionen „Rolle“ (Chef – Leiter – Führungskraft vs. Mitarbeiter – Kollege) und „Person“ ab.

Der Chef ist zwar Chef, aber verhält er sich auch so?

Insbesondere in „kritischen“ Situationen wie Leistungs- und Verhaltenskritik? Oder in der Standardsituation „Gehaltsgespräch“.

Der Chef kann lernen aus seiner Rolle heraus z.B. Kritik zu äußern, wenn Leistung und/oder Verhalten nicht stimmen. Das Gleiche gilt für Anerkennung: es ist Teil der (Führungs-) Rolle des Chefs, Anerkennung auszusprechen. Das Bewusstsein des Chefs, dass er eine Rolle ausfüllt, stärkt die Haltung, aus der er spricht und handelt. Diese Haltung und die damit einhergehende Sicherheit im Sprechen und Handeln sind grundlegend für das Führungsgeschehen. Vor allem vermittelt sich dann dem Gegenüber, dass er/sie in ihrer Rolle (Mitarbeiter) angesprochen ist, nicht als Mensch (Person).

Die Chef-Rolle macht den Unterschied

Gelegentlich kann es notwendig sein, dass der Chef seine Rolle dann deutlich anspricht, wenn er als Reaktion auf Gesagtes bei seinem Gegenüber Irritationen bemerkt. Über seine Rolle zu sprechen, kann sich für den Chef durchaus „seltsam“ anfühlen. Ist es faktisch aber nicht: es hilft immer, die Situation zu klären. In den persönlichen Stunden mit dem TAB-Coach können diejenigen Formulierungen erarbeitet werden, die am besten zum jeweiligen „Chef“ passen. Denn am Ende dreht sich alles um Haltung und Sprache: „Aus welcher Haltung heraus sage ich es dem Mitarbeiter wie?“.

Autor: Christopher M. Cooper, TAB-Inhaber und -Moderator Rhein-Sieg Kreis

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Buchtipp: Führen kann so einfach sein

In meinen TAB Boardmeetings ist Führung ein immer größer werdendes Thema: Warum folgen mir meine Mitarbeiter nicht? Warum übernehmen meine Mitarbeiter keine Selbstverantwortung?
Wie motiviere ich meine Mitarbeiter? Neulich hat ein Boardmitglied ein Buch empfohlen, welches ich an dieser Stelle kurz vorstellen möchte.”Leading Simple“ geschrieben von Bodo Schäfer und Boris Grundl2017_08_23_Führen kann so einfach seinDas Buch erzählt eine sehr praxisnahe Geschichte, in der das Führungssystem „Leading Simple“ präsentiert wird und durch eine klare Struktur und seinen präzisen Aufbau besticht.

Was sind die Aufgaben eines Leaders?
> Was sind seine Hilfsmittel?
> Wie soll er es tun?

Arbeitsfreude, Wachstum, Effizienz

Stellen Sie sich vor, Sie und Ihre Führungskräfte hätten eine einheitliche Vorstellung von Führung!
Das heißt: Jeder weiß was seine Aufgaben sind, welche Hilfen er dazu hat und jeder sieht einen Sinn in seiner Tätigkeit. Das Ergebnis ist Arbeitsfreude, Wachstum und Effizienz.

Personen und Prinzipien sind auseinander zu halten

Wer Personen nachahmt, versucht deren Werte zu übernehmen. Wenn verschiedenen Mitarbeiter unterschiedlichen Vorbildern folgen, entsteht Chaos, weil die Werte niemals gleich sind. Prinzipien dagegen sind unveränderlich, weil sie unabhängig von Personen sind. Sie sagen:”So und nicht anders läuft es in unserer Firma!”

Man erkennt eine Firma an seinen Leadern

… und an einem positiven Betriebsklima: Leader leben die Regeln vor, die da sind: Nicht jammern, nicht schlecht über andere reden, immer sein Bestes geben, die Zusammenarbeit fördern, miteinander kommunizieren, den anderen verstehen und tolerant sein in Bezug auf persönliche Eigenarten.

Wie passt mein Job in das große Bild?

Die Vision der Firma zu beachten ist nicht die Aufgabe eines Einzelnen, sondern die aller Mitarbeiter. Wer den Unternehmenszeck kennt und erfüllt, behält die Vision automatisch im Auge. Mitarbeiter, die nicht wissen, was man von Ihnen erwartet, kündigen. Sie kündigen zuerst innerlich und Monate später verlassen sie die Firma.

Wer nicht plant, plant sein Versagen

Planung, d.h. messbare Ziele und KPI`s sind dafür die Grundlage. Durch klare Aufgaben wird erstens Arbeit messbar, zweitens Kontrolle möglich, drittens Sicherheit und Orientierung gegeben und viertens sind klare Aufgaben die Grundlage jeder effektiven Kommunikation. Leader leben die drei Fundamente- Identifikation, Selbstmotivation und Selbstverantwortung- vor. Sie messen das Engagement und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter ständig und verteilen die Aufgaben entsprechend. So wird längerfristige Überforderung oder Unterforderung vermieden. Mit dem Ausmerzen von Schwächen wird nur Mittelmaß erreicht. Nur die Verstärkung von Stärken und die Kombination aus Stärken und Chancen entwickeln ein Unternehmen weiter.

Wer sich nicht kontrollieren lässt, muss das Unternehmen verlassen

Der Budgetplan sollte in die Sprache des Geldes übersetzt und in Zielen/ Projekten und Milestones definiert werden.
Installieren Sie ein Kontrollsystem. Die Kontrolle mit Hilfe von Maßnahmenplänen ist die Grundlage jeder Kommunikation auf der Sachebene ohne Emotionen. Nur Ergebnisse zählen, Entschuldigungen werden nicht akzeptiert und lassen Sie niemals zu, dass jemand die Wahrheit ignoriert. Führen Sie persönliche Gespräche, um Feedback zu geben.

Fazit: Führen kann wirklich einfach sein!

Das Buch trägt viele Züge aus der Vita des Autors Boris Grundl, der Hochleistungssportler war und nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt. Daraufhin wurde er zuerst erfolgreicher Vertriebsleiter und dann Management Berater. Das Buch ist locker geschrieben und gut zu lesen. Es zeigt Probleme auf, die vielerorts zwar vorhanden, aber nicht beachtet werden! Es zeigt den Weg auf, wie man die Probleme motiviert anpacken kann, auch wenn sie ab und zu nicht 1:1 umzusetzen sind.

Boris Grundl, Bodo Schäfer: Leading Simple. Führen kann so einfach sein. 192 S. , ISBN: 978-3-89749-708-5

Autor: Jörg Telsemeyer, TAB Inhaber & zertifizierter TAB Moderator Region Bielefeld, Osnabrück

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Datenschutz geht alle Unternehmer an

Die nächste bürokratische Herausforderung steht vor der Tür, und der sperrige Name “Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO)” lässt den notwendigen Aufwand für Unternehmer nicht erahnen.

2017_08_16_MBeckmann_Datenschutz_KMU

Worum geht es?

Am 25. Mai 2018 tritt EU-weit die Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Damit werden die Grundrechte bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und das Recht auf deren Schutz neu geregelt. Das hat für Unternehmen weitere Transparenz- und Informationspflichten zur Folge und soll zu einem deutlich stärkeren Schutz der Betroffenen führen.

Was ist neu und wichtig daran?

1. Die neue Verordnung wird alle Anforderungen und Verpflichtungen an und für Unternehmen und Organisationen regeln, die Daten von natürlichen Personen sammeln, erheben, verarbeiten oder nutzen. Sie wird damit alte, auf nationaler Ebene gültige Vorschriften ersetzen.

2. Die neue Vorschrift verlangt von jedem Unternehmen eine individuelle Daten-Strategie inkl. Notfallmaßnahmenplanung, die bis zum Stichtag im Mai 2018 zu erstellen, einzuführen, umzusetzen und zu dokumentieren ist.

Der Gesetzgeber hat 4 Schutz-Ziele gesetzt:

Ziel 1: Vertraulichkeit der Daten, d.h., diese sollen für unberechtigte Dritte nicht zugänglich sein.
Ziel 2: Daten-Integrität, d.h., Sicherstellung, dass Daten nicht verfälscht werden können.
Ziel 3: Daten-Verfügbarkeit, d.h. Daten sind dann verfügbar, wenn sie gebraucht werden.
Ziel 4: Belastbarkeit der Systeme und Dienste, d.h., Datenverarbeitungssyteme müssen robust und belastbar ausgelegt sein und Angriffen und Notfällen widerstehen können.

5 Konsequenzen für KMU

Die Anforderungen an Unternehmen werden signifikant erhöht:

1. Die Geschäftsführung ist nach der EU-DSGVO persönlich haftbar. Diese Haftung kann nicht vertraglich abgewendet oder die Verantwortung an andere delegiert werden; das hat zur Folge, dass Unternehmenssanktionen verschärft werden, bis auf 4% des jährlichen weltweiten Gesamtumsatzes des betroffenen Unternehmens.

2. Die neue Verordnung beinhaltet eine Beweislastumkehr: GF und ihr Unternehmen müssen dokumentieren und nachweisen könne, dass die Regelungen eingehalten werden.

3. Natürliche Personen erhalten Informations-/Auskunftsansprüche, denen innerhalb 4 Wochen nach Eingang des Ersuchens zwingend elektronisch/schriftlich entsprochen werden muß; bei Verzug besteht unmittelbares Klagerecht.

4. Privatpersonen erhalten das Recht auf unverzügliches Löschen personenbezogener Daten eingeräumt.

5. Es besteht das Recht auf sogenannte Datenportabilität. D.h., jeder EU-Bürger hat Anspruch darauf, seine persönlichen Daten an einen beliebigen Ort, also auch zu Wettbewerbern, weitergeben zu lassen. Unternehmen dürfen dem nicht widersprechen.

Diese 5 Dinge sollte jeder Unternehmer jetzt tun:

>>1: Alle gespeicherten persönlichen Daten sollten analysiert und vollständig zusammengetragen werden. Die Datennnutzung im Unternehmen muss dokumentiert werden.

>>2: Ein betrieblicher Datenschutzbeauftragter sollte bestellt werden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn das Geschäftsmodell hauptsächlich auf die Verarbeitung personenbezogener Daten zurückgreift.

>>3: Unternehmer sollten veranlassen, dass dem “Recht auf Vergessenwerden” im Unternehmen über alle Prozesse und Abteilungen hinweg nachgekommen werden kann. Gleichzeitig müssen ausgewählte Daten auch selektiv zu löschen sein.

>>4: Die Unternehmens-Website muss auf die Anforderungen der neuen Verordnung angepasst werden. D.h. insbesondere Augen auf bei Kontaktformularen oder Webshopangeboten!

>>5: Erklärungen zur Einwilligung zur Datenverarbeitung müssen auf das neue Gesetzeswerk adaptiert werden.

Fazit

Der bürokratische Aufwand für Unternehmer bei der Umsetzung und Anwendung der neuen Datenschutz-Verordnung DSGVO wird sich spürbar erhöhen. Zunächst muß jedoch der Stichtag 25. Mai 2018 beachtet werden – für diese Herausforderung stehen nun noch weniger als 300 Tage zur Verfügung.

Mittlerweile haben etliche Dienstleister, insbesondere Fachanwälte und spezialisierte IT-Unternehmer, die Dringlichkeit erkannt und bieten Services zur Einhaltung des Stichtages an.
Dies scheint auch notwendig, denn es steht zu vermuten, dass es ab dem 26. Mai 2018 Adressen geben wird, die über Abmahnungen von sich reden machen werden…unabhängig und zusätzlich zu Behörden und Ämtern.

Autor: Michael Beckmann,
TAB Inhaber & zertifizierter TAB Moderator Region Hochtaunuskreis

Wenn sich Inhaber von KMU im Hochtaunuskreis, nördlich von Frankfurt /Main über so sensible Themen wie Datenschutz in ihrem TAB Unternehmerboard austauschen, ist Michael Beckmann ihr Moderator und auch oft – aufgrund seiner breiten Expertise in diesem Bereich – ihr geschätzter Ratgeber. 

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Fünf Tipps, um sicher und überzeugend zu präsentieren

Ob Betriebsfest, Fachveranstaltung oder Tag der offenen Tür – auch klein- und mittelständische Unternehmer müssen vor Publikum sprechen. Mit diesen 5 Tipps werden diese Anlässe für Sie garantiert zum Erfolg:

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1. Vorbereitung in 5 Schritten

Worum geht’s und wer hört zu? Zunächst einmal sollten Sie sich Klarheit verschaffen, was der Rede-Auftrag ist. Ein Grußwort zum Firmenjubiläum? Oder eine Produktpräsentation? Wenn Sie als Redner auf einer Veranstaltung eingeladen sind, sprechen Sie mit dem Veranstalter Inhalt und Dauer der Rede genau ab, erkundigen Sie sich, wer sonst noch spricht und worüber. Verschaffen Sie sich auch Klarheit, wer im Publikum sitzt: Fachleute? Kunden? Lieferanten? Politiker?

Wissen sammeln: Wenn der Auftrag klar ist, sammeln Sie ungefiltert ihr Wissen über das Thema der Präsentation. Dann geht es ans Sortieren und Auswählen – niemand verlangt, dass Sie in einer Viertel Stunde 100 Jahre Firmengeschichte erzählen, suchen Sie sich drei Highlights aus, die exemplarisch sind.

Begrüßung: Beginnen Sie mit einer Begrüßung, lernen Sie den Anfang ruhig auswendig. Strukturieren Sie Ihre Argumente und vergessen Sie nicht, mit einem Fazit oder einem Appell zu enden. Auch für die Schluss-Sätze ist auswendig Lernen nicht verkehrt.

Thema visualisieren: Beginnen Sie ist mit Ihrer Visualisierung, zum Beispiel dem Erstellen einer Powerpoint-Präsentation erst jetzt! Sie werden sehen, Sie brauchen viel weniger Folien als Sie denken. Und diese sind nun gut strukturiert.

Übung macht den Meister: Die Vorbereitung endet mit Üben Üben Üben. Gerne erstmal für sich, auch, um die Zeit abzustimmen. Reihen Sie sich nicht ein die lange Reihe der Redner, die zeitlich weit übers Ziel hinausschießen und das Publikum damit strapazieren. Üben Sie auch vor Publikum, zum Beispiel in Ihrem TAB-Unternehmerboard.Ehrliches Feedback ist Gold wert!

2. Kontakt zum Publikum

Reden halten ist kein Monolog! Gehen Sie in Kontakt mit Ihrem Publikum. Bevor Sie mit dem Sprechen beginnen, schauen Sie sich an, wer Ihnen zuhört. Lassen Sie sich dabei nicht von ernsten Gesichtern verunsichern – wer konzentriert zuhört neigt zu herunterhängenden Mundwinkeln und Stirnfalten. Machen Sie sich bewusst: Ich erzähle diesen Menschen etwas, ich unterhalte Sie und gebe Ihnen neue Informationen.

3. Klare Botschaften, eindrückliche Bilder

Überlegen Sie sich, was das Publikum mitnehmen soll, womöglich tun soll (ein Produkt kaufen, oder auch einfach Ihr Unternehmen in guter Erinnerung behalten). Welche Geschichten können dieses Ziel unterstützen, welche Bilder? Bilder können Sie auch mit Worten formen. So wie das Bild vom Unternehmer als Fahrradfahrer, der mit Antrieb seines Unternehmens – dem Hinterrad – dahin lenkt, wo er mit seiner persönlichen Vision – dem Vorderrad – hin will.

4. Lampenfieber senken

Ein gewisses Maß an Nervosität erhöht die Aufmerksamkeit. Ihre gute Vorbereitung ist die beste „Waffe“ gegen zu viel Lampenfieber. Lockern Sie sich vor dem Auftritt, das machen auch die Profis. Schütteln Sie sich: Recken, strecken und gähnen lockert die Gesichtsmuskeln, leises leichtes Summen entspannt die Sprechmuskeln. Um „runter zu kommen“: Stellen Sie sich hin, beide Füße fest auf dem Boden. Atmen Sie tief aus und machen eine bewusste Atempause. Einatmen kommt von alleine. Wiederholen Sie das tiefe Ausatmen ein paar Mal und genießen Sie die Pause.

5. Sicherer Umgang mit Einwänden und Pannen

Auch auf Einwände kann man sich vorbereiten: Überlegen Sie, welche Einwände vermutlich kommen werden. Zudem zeigen Einwände, dass auch das Publikum den Dialog will und Sie erhalten Hinweise, von wo was für Kritik kommt. Deshalb: Seien Sie dankbar für Einwände und sagen Sie das auch.

Wenn die Technik versagt, der Kaffee eine Minute vor dem Vortrag auf Ihrem Hemd, Ihrer Bluse gelandet ist: Offensiv damit umgehen. Auf der Bühne gibt es kein Verstecken. Je nach Stil mit Humor: „Die Peinlichkeit des Tages ist schon vergeben, schauen Sie auf meine Bluse!“ oder sachlich: „Nun ist es mir passiert, der Albtraum jeden Redners… Ich hoffe, mit meinem Vortrag dennoch Ihr Interesse zu wecken.“

Und wer immer einen Plan B hat – nämlich das Sprechen ohne PowerPoint im Fall des Falles – kann den Tücken der Technik wesentlich gelassener entgegensehen.

Autorin: Sina Vogt / TAB Moderatorin in Köln

Bei vielen Themen, die Unternehmern auf den Nägeln brennen, kommt es darauf an, sie überzeugend zu präsentieren. Auch darum geht es immer wieder, wenn sich Inhaber von KMU in den TAB Unternehmerboards in Köln unter der Moderation von Sina Vogt treffen.